Kein gutes Haar lässt Michael Holczer, Ex-Teamchef des Radrennstalls Gerolsteiner, an seinem ehemaligen Schützling Bernhard Kohl. Ich habe die kriminelle Energie solcher Fahrer unterschätzt, klagt der Deutsche im Spiegel-Interview die Szene und speziell den österreichischen Dopingsünder an.
Im Jahr 2008 beendete Kohl die Tour de France als Dritter - leider vollgepumpt mit verbotenen, leistungsfördernden Mitteln. Für Holczer völlig überraschend. Er war ein Meister des Kaschierens, sagt der Deutsche jetzt. Nachdem Kohl 2007 auf einer Tour-Etappe am letzten Berg abgehängt worden war, jammerte er mir am Abend vor, wie benachteiligt saubere Fahrer doch seien. Er meinte: Hans, wir ehrlichen Fahrer brauchen eine Chance! Dabei war er schon damals mit allem, was die Palette hergibt, gedopt. Und er besaß zusammen mit anderen Sportlern ein mobiles Blutdopinggerät - das ist schizophren.
An einen sauberen Radsport glaubt Holczer nicht. Doping lässt sich nicht verhindern und auch nicht wegkontrollieren.