Hochschulabsolventen haben es auf dem Arbeitsmarkt so schwer wie nie. Viele schieben das auf die künstliche Intelligenz, die immer mehr Aufgaben übernimmt. Doch eine neue Studie der Federal Reserve Bank of New York kommt zu einem überraschenden Ergebnis: Remote Work könnte einen viel größeren Einfluss auf die Jobkrise der Generation Z haben als neue Technologien.
Das Forschungsteam analysierte US-Beschäftigungsdaten und untersuchte die Arbeitsmodelle eines großen Technologieunternehmens vor und nach der Corona-Pandemie. Das Ergebnis: Unternehmen stellen seltener Berufseinsteiger ein, wenn die Stelle im Homeoffice ausgeübt werden kann.
Wie t3n.de berichtet, vermuten die Forscher, dass Arbeitgeber zögern, junge Menschen in einem Umfeld einzusetzen, in dem es schwieriger ist, von erfahrenen Kollegen zu lernen. Studien-Mitautorin Emma Harrington von der University of Virginia fand heraus, dass Softwareentwickler rund 20 Prozent mehr Feedback erhielten, wenn sie in der Nähe ihrer Kollegen saßen.
Das untersuchte Unternehmen stellte nach dem Wechsel zu Remote Work deutlich ältere Mitarbeiter ein - im Durchschnitt etwa ein Jahrzehnt älter als zuvor. Als das Unternehmen eine Rückkehr ins Büro einführte, begann es wieder, Absolventen einzustellen.
Die Forscher prüften auch, ob sich dieses Muster in der Gesamtwirtschaft zeigt. Das Ergebnis: Die Arbeitslosigkeit bei Absolventen ist in remotefähigen Berufen deutlich stärker gestiegen als in Jobs, die Präsenz erfordern. Remote Work könnte fast zwei Drittel des Anstiegs der Jugendarbeitslosigkeit erklären.
Die Studie warnt vor den Auswirkungen: Wer seine Karriere unter schwierigen Bedingungen startet, hat oft dauerhaft geringere Einkommen und einen langsameren Karrierefortschritt. Für die Generation Z heißt das: Die Nachwirkungen der Pandemie könnten sie noch lange begleiten.