Honduras hat die Strafen für Femizide deutlich verschärft. Künftig drohen Tätern bis zu 60 Jahre Haft, wenn sie Frauen aufgrund ihres Geschlechts töten. Diese Maßnahme soll vor allem in Fällen geschlechtsbasierter Gewalt oder bei Entführungen mit Todesfolge gelten, wie das Parlament am Montag bekannt gab.
Als Femizid wird die Tötung einer Frau bezeichnet, die aus Gründen wie Besitzdenken oder geschlechtsspezifischer Ablehnung geschieht. Honduras verzeichnete 2024 mit 3,1 Fällen pro 100.000 Einwohnerinnen die höchste Rate solcher Delikte in Lateinamerika.
Parlamentspräsident Tomas Zambrano erklärt: „Einem Kriminellen, der Gewalt gegen eine Frau verübt, muss ganz klar bewusst sein, dass er die volle Härte des Gesetzes spüren wird, wenn er sie tötet.“
Neben der Verschärfung der Strafen hat das Parlament auch beschlossen, Justizbehörden einzurichten, die ausschließlich aus Frauen bestehen und sich auf die Verhinderung von Femiziden konzentrieren sollen.
Kritik an der Gesetzesänderung kommt von Regina Fonseca, Leiterin des Zentrums für Frauenrechte. Sie betonte, dass eine bloße Erhöhung der Strafen das Problem nicht löse. „Solange ein Gesetz die Strafe für Taten erhöht, die nur selten vor Gericht kommen, ist es für uns nutzlos“, sagte Fonseca gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.
Laut der Nationalen Autonomen Universität von Honduras wurden 2025 insgesamt 262 Femizide registriert. Feministische Organisationen berichten, dass seit Jahresbeginn bereits 116 Frauen getötet wurden. In etwa 90 Prozent der Fälle bleiben die Täter bislang straflos.