Rund fünf Monate nach dem verheerenden Brand im Wohnkomplex Wang Fuk Court in Hongkong dürfen Bewohner erstmals wieder in ihre Wohnungen. Ab Montag erhielten rund 6.000 Menschen dreistündige Zeitfenster, um ihr Hab und Gut zu holen. Die Behörden hoffen, alle rund 1.700 Wohnungen bis Anfang Mai durchsuchen zu können.
Die Feuerwehr warnte die Bewohner vorab: Mehr als 920 Wohnungen seien beschädigt, einige durch den Brand vollständig zerstört. Bilder der Behörden zeigen eingestürzte Decken und Wände, schwarz verkohlte Räume und Trümmer überall. Beim Betreten mussten alle Schutzhelme, Handschuhe und Gesichtsmasken tragen.
Der Überlebende Harry Leung war einer der letzten Bewohner, die den Komplex am Brandtag verließen. Er sagte der Nachrichtenagentur AFP, er habe gemischte Gefühle. Er freue sich zwar darauf, die Wohnung zu sehen, in der er den Großteil seines Lebens verbracht habe. Doch er sei enttäuscht über das kurze Zeitfenster.
Die Hongkonger Behörden bieten an, die Wohnungen zum Marktpreis vor dem Brand zurückzukaufen. Ein Wiederaufbau sei "nicht machbar". "Wenn ich die Wahl hätte, würde ich wirklich nicht weggehen wollen", so Leung.
Das Feuer im nördlichen Stadtteil Tai Po hatte Ende November mehr als 40 Stunden lang gewütet. Sieben der acht Hochhausblöcke wurden vom Brand erfasst. Insgesamt gehören fast 2.000 Wohneinheiten zur Anlage.