Klirrende Kälte und Minusgrade – nicht nur Österreicher litten in der Vorwoche darunter. Auch in der serbischen Hauptstadt Belgrad harrten die Menschen bei Temperaturen unter Minus 5 Grad aus. Eine davon ist "Heute"-Leserin Slavica* (Name von der Redaktion geändert) – die Wienerin erschien am Dienstag in einem Video, das Böses vermuten ließ. Doch es soll alles anders gewesen sein.
Die Vorgeschichte: Der Tierschutzverein "Animal Knights" wurde durch Partnertierheime in Serbien auf ein Video aufmerksam. In diesem ist zu sehen, wie eine Frau in einem SUV einen Hund aussetzt, den Wagen wendet und aufs Gas drückt – "Heute" berichtete. Der Stafford lief dem SUV nach, verlor jedoch die Spur des Wagens und ging zu dem Ort zurück, wo er abgesetzt wurde – bevor er spurlos verschwand.
"Heute" konnte die Frau hinter dem Video erreichen. Diese zeigt sich im Gespräch mit der Redaktion untröstlich, denn: Sie wollte nur helfen. Bei dem Stafford handelt es sich laut ihren Angaben in Wahrheit um einen bereits zuvor ausgesetzten Hund.
Slavica soll den Vierbeiner vor einem kleinen Geschäft in Belgrad gesehen haben und konnte das Leiden des Tieres bei Minusgraden nicht mitansehen – und fuhr es vor die Türe eines Tierheimes. Dort entstand das Schock-Video.
Was passierte genau an besagtem Tag? Am 20. Jänner wollte Slavica mit ihrer Tochter ihre Familie besuchen, an diesem Tag wurde nämlich der Heilige Johannes (Serbisch: "Sveti Jovan") gefeiert. Auf dem Weg zu den Familienfeierlichkeiten ging sie in einen kleinen Shop, davor stand und fror der Stafford.
Der Hund wollte sich laut der Wienerin vor der Kälte in dem Geschäft schützen, wurde wiederholt hinausgejagt. Da Slavica selbst einen Stafford besitzt, konnte sie das Tierleid nicht mitansehen – und brachte den Hund in ihr Auto. Gemeinsam mit ihrer Tochter fuhr sie das verlassene Tier dann vor das Tor eines Tierheimes – und dachte, eine gute Tat vollbracht zu haben.
Das Problem: Das Tier wurde weder aufgenommen, noch bekam sie in Belgrad von Tierheimen oder offiziellen Stellen Zuspruch für die Aktion. "Das Schlimmste ist, dass mir ein Tierheim gesagt hat, dass ich dumm sei, weil ich dem Tier helfen wollte. Ich kann nicht fassen, was mir passiert ist – ich wollte nur helfen", so Slavica gegenüber "Heute".
Die Hunde-Such-Hilfe soll die untröstliche Frau besucht haben, man zeigte sich begeistert von den Zuständen in ihrem Haushalt. Gemeinsam wollen sie nun dabei helfen, das Tier zu finden und ihm ein geeignetes Zuhause zu finden.
„Sie selbst hat einen Chihuahua, der Stafford ist abwechselnd bei ihr und ihrer Tochter – die Tiere wirken sehr geliebt und die Wohnung absolut auf die vierbeinigen Lieblinge ausgerichtet!“Hunde-Such-HilfeBesuchte Slavica nach Tier-Drama in Belgrad.
Der Appell von Slavica: "Ich wollte nur helfen und möchte nicht angefeindet werden. In vielen Balkan-Städten stößt man bei der Hilfe für Tiere extrem schnell an Grenzen – niemand kümmert sich um tausende Straßenhunde im ganzen Land!"