Hunde baden in diesem See, wenig später sind sie tot

Ein Teil des Neuburgersees in der Schweiz ist wegen hoher Cyanobakterien-Konzentration gesperrt. (31. August 2020)
Ein Teil des Neuburgersees in der Schweiz ist wegen hoher Cyanobakterien-Konzentration gesperrt. (31. August 2020)picturedesk.com/Keystone/Peter Klaunzer
Seit Mittwoch sind sechs Hunde nach einem Bad im Neuenburgersee verstorben. Sie hatten sich durch Cyanobakterien im Wasser vergiftet.

Die Behörden im Kanton Neuenburg in der französischen Schweiz haben ein Badeverbot für einen Strandabschnitt des Neuenburgersees zwischen der Areuse-Mündung und Colombier verhängt. Zuvor waren sechs Hunde an den Folgen einer Vergiftung gestorben.

Der Grund waren vermutlich Cyanobakterien – im Volksmund Blaualgen –, wie die Neuenburger Kantonspolizei am Freitag mitteilte. Die wissenschaftliche Analyse steht noch aus. Die Behörden raten vom Bad im ganzen Neuenburgersee ab.

Das Badeverbot gelte ab sofort. Die Neuenburger Polizei hat vorsichtshalber bereits am Donnerstagabend den betroffenen Strandabschnitt evakuiert. Auch wenn im Moment keine weiteren toten Tieren rund um den See entdeckt wurden, wird von einem Bad im kühlen Nass dennoch abgeraten.

Gefährliche Plage

Im Süßwasser wimmelt es normalerweise von Blaualgen. Sie kommen aber auch im Salzwasser vor, so gab es schon Algenplagen an verschiedenen Meeresstränden. Die Cyanobakterien stellen einen Mix aus verschiedenen Substanzen her, darunter auch giftige aus der Gruppe der Microcystine. Diese greifen die Leber an und schädigen sie.

Das massenhafte Auftreten der Cyanobakterien – die sogenannte Algenblüte – kann den Badespaß in stehenden Gewässern dadurch nachhaltig trüben. Die Bakterien bilden kugelige, gallertartige Kolonien, Teichpflaumen genannt. Das Phänomen gibt es regelmäßig bei steigenden Wassertemperaturen.

Gefahr bei Farbveränderung 

"Es besteht keine Gefahr, solange Cyanobakterien im See nicht in solchen Mengen vorhanden sind, dass man sie im Wasser sieht. Ist ein See rot oder grün verfärbt, sollte man allerdings nicht darin schwimmen", warnt Thomas Posch, Wasserforscher an der Universität Zürich, in einem Interview – "Heute" berichtete. 

Wenn Menschen in einem von Algenblüten betroffenen See baden oder das Wasser schlucken, können schon geringe Mengen an Microcystinen und anderen Giften zu Hautirritationen, Erbrechen oder Durchfall führen.

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