Die Huthi-Rebellen haben im Jemen die strategisch wichtige Hafenstadt Mokka mit rund 10.000 Einwohnern unter ihre Kontrolle gebracht. Das berichten dpa und Reuters mit Verweis auf Augenzeugenberichte und mit der Sache vertraute jemenitische Militärkreise.
Damit weitet die vom Iran unterstützte Miliz ihren Einfluss auf die Meerenge Bab al-Mandab aus. Die Passage zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Sie verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und liegt zwischen dem Jemen auf der Arabischen Halbinsel sowie Dschibuti und Eritrea an der afrikanischen Küste.
Nach den vorliegenden Angaben griffen die Huthis zudem die militärisch bedeutsamen Hanisch-Inseln an. Die Sorge vor einer Blockade der Seewege ließ den Preis für die Rohölsorte Brent um 3,5 Prozent auf über 100 Dollar pro Barrel steigen.
Huthi-Sprecher Mohammed Abdulsalam erklärte auf der Plattform X, die Schifffahrt und der internationale Handel im Roten Meer sowie in der Meerenge Bab al-Mandab seien weiterhin sicher. Der Jemen stelle "keine Bedrohung" für den Schiffsverkehr dar.
Die Einsätze der Huthis seien nach Darstellung der Miliz defensiv und beschränkten sich auf zuvor angekündigte Ziele. Die Aktionen würden eingestellt, sobald die Angriffe auf den Jemen endeten und die Blockade aufgehoben werde.
Für Saudi-Arabien ist der Seeweg durch das Rote Meer besonders wichtig. Grund ist, dass die Straße von Hormus wegen des Konflikts zwischen den USA und dem Iran weitgehend blockiert ist. Die Meerenge Bab al-Mandab ist daher eine zentrale Route für Rohöl und Treibstoff aus der Golfregion in Richtung Mittelmeer und Asien.
Die jemenitischen Regierungstruppen zogen sich den Angaben zufolge nach Süden in Richtung Dhubab zurück, um die Kontrolle über die Meerenge zu sichern.
Parallel eskalierten die Kämpfe zwischen Saudi-Arabien und den Huthis weiter. In der südwestlichen saudi-arabischen Stadt Chamis Muschait lösten die Behörden wegen anhaltender Angriffe der Miliz viermal innerhalb von 24 Stunden Luftalarm aus.
Um eine weitere Eskalation zu verhindern, übermittelte Pakistan eine saudi-arabische Aufforderung an den Iran. Teheran soll demnach mäßigend auf die Huthis einwirken.