Triathletin Hütthaler gesteht vor der NADA-Rechtskommission, einer Labor-Mitarbeiterin 50.000 geboten zu haben. Brisanter Hintergrund zur Bestechung: Habe den Tipp bekommen, dass das schon funktioniert hat!
Lisa Hütthaler trug dunkle Jeans und eine weiße Bluse. Kurz nach zehn Uhr betrat sie den Sitzungssaal im Wiener Haus des Sports, wo sie 200 Minuten lang vor den vier Richtern der Nationalen Anti-Doping-Agentur aussagte und für neuen Zündstoff in der Doping-Affäre sorgte: Ja, es stimmt. Ich habe in meiner aussichtslosen Lage die Doping-Laborantin in Seibersdorf um Hilfe gebeten - und ihr einen Betrag von 50.000 Euro genannt, gestand die im März 2008 positiv auf EPO getestete Athletin. Mehr noch: Auf die Frage, wie sie auf die Idee gekommen sei, die Bestechung zu wagen, meinte Hütthaler: Weil ich einen Tipp bekommen habe, dass das schon mehrmals funktioniert hat.
Wer hat Hütthaler diesen Tipp gegeben? Zu Heute sickerte durch, dass Hütthaler Ex-Rad-Staatsmeister Hannes Hempel nannte. Zwei Mal hätte dieser so eine positive Doping-Probe abwenden können. Auch der Name der gesperrten Läuferin Susi Pumper fiel in der Verhandlung. lhr soll Hütthaler auf Bitten abgelaufene Dopingmittel gegeben haben. Hempel und Pumper (für beide gilt die Unschuldsvermutung) dementieren die Hütthaler-Aussagen. Auch Günter Gmeiner, Leiter des WADA-Labors in Seibersdorf, weist die Anschuldigungen aufs Schärfste zurück.
Hütthaler, gegen die noch ein Strafverfahren (Bestechung) anhängig ist, ist am 22.9. wieder startberechtigt. Ihre Sperre wurde von 24 auf 18 Monate reduziert.