In der U-Bahn hat Astrid P. (Name geändert) ihre Maske stets dabei, genau wie ein ärztliches Attest, dass sie diese nicht unbedingt tragen muss. Denn die 50-jährige Wienerin ist aus gesundheitlichen Gründen "bei Akutbeschwerden" von der Maskenpflicht in den Öffis ausgenommen. "Ich bin keine MNS-Verweigerin", macht sie gegenüber "Heute" klar. "Aufgrund einer physiologischen Abweichung im Nasenbereich ist meine Luftzufuhr eingeschränkt, was sich mit Pollenallergie noch verstärkt." Immer wieder bekommt sie dadurch auch Kreislaufprobleme, "daher nehme ich die vom Gesetzgeber vorgesehene Ausnahme zeitweise in Anspruch, damit ich nicht zusammenklappe."
Die Blicke, die Astrid P. für ihr unmaskiertes Gesicht in den Öffis erntet, werden durch die Verschärfung der Maßnahmen nun noch böser. "Wenn sie töten könnten, wäre ich längst nicht mehr am Leben", sagt sie bedrückt. Mehr noch: "Ich werde immer wieder beschimpft." Da man Astrid P. ihre gesundheitliche Einschränkung nicht ansieht, kommt sie oft in Erklärungsnot. "Ich kann verstehen, dass Ärger bei meinen Mitmenschen aufkommt. Aber mein Versuch, den Leuten persönlich meinen Grund zu vermitteln, scheitert. Es hört keiner zu".
Da Astrid P. kein Auto hat, nützt sie dennoch weiter U-Bahn, Bus und Straßenbahn. Neben den Anfeindungen von anderen Fahrgästen muss sie sich auch gegenüber Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes glaubhaft erklären können. Mit ihrer Ausnahmeregelung ist die Wienerin nicht allein. "Das Thema ist sehr sensibel und die Betroffenen sicher in der Minderheit. Trotzdem tun Menschen, für die aus gesundheitlichen Gründen eine Ausnahme der MNS-Pflicht vorgesehen ist, nichts Unrechtliches".