Die Vorwürfe gegen den Grazer Internisten weiten sich aus. Nachdem zunächst von mutmaßlichen Taten an Patientinnen die Rede war, berichtet nun auch ein männlicher Patient von seinen Erlebnissen. Der Mediziner sitzt derzeit in der Schweiz in Untersuchungshaft – für ihn gilt die Unschuldsvermutung.
Der Schweizer schildert gegenüber der "Kronen Zeitung", dass er den Arzt 2023 wegen gesundheitlicher Beschwerden aufgesucht habe. "Er hat dasselbe 2023 mit mir gemacht. Ich bin wütend und fühle mich vergewaltigt", berichtet der Mann.
Nach seinen Angaben sei ihm bereits im Wartebereich einiges ungewöhnlich vorgekommen. "Da lag ein Kunstbuch, das Menschen beim Geschlechtsakt zeigte, das war unpassend", erklärt der Mann der "Krone". Auch die anschließende Untersuchung auf dem Gynäkologen-Stuhl beschreibt der Mann als verstörend.
"Der sah aus, als hätte er ihn beim Flohmarkt gekauft. Ich musste mich draufsetzen und meine Hose bis zu den Knien runterziehen. Es wirkte, als würde sie ihm als Sichtschutz dienen, da ich die Beine spreizen musste. Ich wurde auch nicht gefragt, ob ich sediert werden will. Mein Geschlechtsteil musste ich mit bloßen Händen halten", wird der Patient in der Tageszeitung zitiert.
Auf die Frage, ob er glaube, heimlich gefilmt worden zu sein, antwortet er: "Ja, das glaube ich."
Der Patient berichtet außerdem von starken Schmerzen während der Untersuchung. Als er darauf reagiert habe, sei er vom Arzt zurechtgewiesen worden. Auch das Verhalten einer Ordinationsgehilfin sei ihm in Erinnerung geblieben.
Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe
Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555
Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247
Rat auf Draht: 147
Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20
Polizei-Notruf: 133
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"Er hatte eine lasziv wirkende Gehilfin. Die Frau hatte knallrote Lippen, einen tiefen Ausschnitt, aus dem ein ebenso roter BH hervorblitzte, und rote Stöckelschuhe. Sie streichelte mir immer wieder über die Schulter", erzählt der Mann der "Krone".
Nach eigenen Angaben habe er noch drei Tage unter Schmerzen gelitten und anschließend einen anderen Internisten aufgesucht.
Der Mann will sich nun mithilfe seines Anwalts dem Verfahren als Opfer anschließen. Gleichzeitig richtet er in der "Kronen Zeitung" einen Appell an mögliche weitere Betroffene:
"Ich wurde gequält und missbraucht. Ich habe ihm vertraut. Nun möchte ich anderen Opfern Mut machen: Geht zur Polizei!"