"Idioten!" Nerven liegen blank – Prügel für Klima-Kleber

Die Blockade-Woche der Klima-Kleber in Wien legt regelmäßig im Morgenverkehr die Hauptverkehrsrouten lahm. Es kommt zu Gewalt und Beschimpfungen.

Schulwege, Praterstern, Gürtel beim Westbahnhof – und nun am Donnerstag die Zufahrt zur Donaukanalstraße. Die Klima-Kleber machen diese Woche ihre Ankündigung wahr und blockieren regelmäßig im Frühverkehr die Verkehrsadern der Bundeshauptstadt. Bemerkbar macht sich dabei ein Anstieg der Gewalt – sowohl der verbalen in den sozialen Medien, als auch vereinzelt der körperlichen direkt vor Ort. Angeheizt wird die Stimmung nun auch politisch – etwa von Wiens FPÖ-Chef Dominik Nepp, der Klima-Klebern symbolisch "auf den Kopf pinkeln" will.

"Der Teufel soll euch holen"

Donnerstagfrüh pünktlich um 8 Uhr blockierten die Klima-Kleber die Kreuzung Schüttelstraße/Halmgasse in Wien – und die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Hupkonzerte der blockierten Autofahrer gehören mittlerweile schon zum normalen Ton, in den sozialen Medien gab es dagegen deftigere Wortmeldungen. "Wann kommt endlich die Müllabfuhr und räumt den Dreck von der Straße?", "Der Teufel soll euch holen" oder "Geht arbeiten ihr nutzlosen Idioten!" ist da in den Kommentaren zu lesen. Einschüchtern lassen sich die Aktivisten davon aber nicht.

Auf Klimaaktivisten eingetreten

Und auch nicht von körperlichen Angriffen, wie sie am Mittwoch bei einer Blockade-Aktion am Wiener Westbahnhof zu sehen waren. Einem Wiener Autofahrer, der offenbar im Stau stand, brannten dabei alle Sicherungen durch. Wie Videos zeigen, versuchte der Mann zuerst, die Aktivisten grob von der Straße zu schleifen. Als das nicht funktionierte, trat der Mann mehrmals auf zumindest einen Teilnehmer ein. Ob es dabei zu Verletzten kam oder die Attacke Konsequenzen für den mutmaßlichen Angreifer haben wird, ist bisher unklar.

"Regierung ist weiter auf freiem Fuß"

Schon mehrmals betonten die Aktivisten der "Letzten Generation", sich durch nichts bei ihrem Protest aufhalten lassen zu wollen. So hieß es bereits am Mittwoch: "Obwohl wir gestern mit Handschellen ins PAZ abgeführt wurden sitzen wir heute wieder auf der Straße. Es geht um unsere Zukunft - wir lassen uns nicht aufhalten!" Und auch eine Bilanz vom Mittwoch gibt es: "Alle 12 Menschen, die heute in Polizeigewahrsam waren, sind wieder aus der Haft entlassen. Die Regierung, die unsere Lebensgrundlage aufs Spiel setzt, ist weiter auf freiem Fuß."

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