Es beginnt nicht mit Angst, sondern mit Routine. Das Telefon läutet am Nachmittag des 26. Jänner, am anderen Ende ein Mann mit ruhiger Stimme. Er kennt Namen, spricht bestimmt – und erzählt eine Geschichte, die keine Widerrede zulässt: Die Tochter der 83-Jährigen liege in der Notaufnahme, schwer krank, Krebs.
Dann kippt das Gespräch. Aus Information wird Forderung, aus Sorge Zeitdruck. Für eine angeblich notwendige Therapie brauche man sofort Geld und Wertgegenstände. Die Pensionistin zögert nicht lange – der Gedanke an die Tochter überlagert alles andere.
Kurz darauf steht ein unbekannter Mann vor der Tür. Die Seniorin übergibt ihm ihre Wertsachen in einem Papiersack. Erst danach wird klar: Die Notaufnahme, die Krankheit, der ganze Anruf – alles erfunden.
Der Schaden liegt laut Polizei im niedrigen sechsstelligen Bereich. Die Ermittlungen hat das Landeskriminalamt Salzburg übernommen. Hinweise auf die Täter gibt es bislang nicht.
Die Polizei warnt eindringlich vor dieser Betrugsmasche. Täter konfrontieren ihre Opfer plötzlich mit dramatischen Ausnahmesituationen, verlangen sofort Geld und bauen massiven Zeitdruck auf, um Nachfragen zu verhindern.
Der Rat der Ermittler ist klar: Telefonate sofort beenden, angebliche Angehörige selbst über bekannte Nummern kontaktieren und niemals Bargeld oder Wertsachen an Unbekannte übergeben. Denn was mit einem Anruf beginnt, endet oft mit einem lebenslangen Schaden.