Dortmund patzt beinahe vor heimischer Kulisse gegen den akut abstiegsbedrohten St. Pauli – gewinnt durch einen Elfmeter von Emre Can in der Nachspielzeit mit 3:2. ÖFB-Star Marcel Sabitzer stand beim Sieg nicht im Kader, der Österreicher fiel mit Wadenproblemen verletzt aus.
Zeitgleich schießt sich Christian Ilzer mit der TSG Hoffenheim auf den dritten Platz (33 Punkte) und liegt somit auf Champions-League-Kurs. Die Kraichgauer setzten sich im Top-Duell gegen Bayer Leverkusen mit 1:0 durch. Alexander Prass erhielt wieder einmal das Vertrauen, spielte bis Minute 79.
Mainz kassiert im Abstiegskampf den nächsten Rückschlag – 1:2 verlor das Team von Urs Fischer beim zuvor seit sieben Spielen sieglosen 1.FC Köln. Florian Kainz kehrte bei den Domstädtern in den Kader zurück, kam aber nicht zum Einsatz. Bei Mainz fehlten sowohl ÖFB-Teamspieler Phillipp Mwene als auch Nikolas Veratschnig verletzungsbedingt.
Der HSV vergab im Volkspark-Stadion gegen ein schwaches Gladbach Chance um Chance. Jeder der Hamburger Feldspieler gab am Ende einen Torschuss ab – ein Treffer gelang ihnen aber nicht. Endstand: 0:0. Wolfsburg kassierte nach der 1:8-Klatsche gegen die Bayern den nächsten Rückschlag in der schwachen Saison. Gegen den Tabellenletzten aus Heidenheim lag das Team von ÖFB-Star Patrick Wimmer lange zurück, Innenverteidiger Moritz Jenz rettete nach einem Eckball per Kopf. Endstand: 1:1.
Wie beim 3:0 unter der Woche gegen Werder Bremen überzeugte das Team von Trainer Niko Kovac nur bedingt. Julian Brandt (45.+1) hatte für das 1:0 gesorgt, das sich zu diesem Zeitpunkt nicht angedeutet hatte. Mit der Führung im Rücken hatte Dortmund im zweiten Durchgang zunächst mehr Kontrolle, und die abstiegsbedrohten Hamburger mussten mehr riskieren. Karim Adeyemi (54.) erhöhte auf 2:0, doch St. Pauli bewies Moral: James Sands (62.) und Ricky-Jade Jones (72.) trafen - doch Can (90.+5) sorgte für ein versöhnliches Ende.
Kovac hatte erneut Stürmer Fabio Silva den Vorzug gegenüber Torjäger Serhou Guirassy gegeben, der bis zur 71. Minute nur auf der Bank saß. Anstelle von Maximilian Beier erhielt Adeyemi eine Bewährungschance von Beginn an, für Niklas Süle begann Can in der defensiven Dreierreihe. Doch die Änderungen verhalfen dem BVB nicht zu mehr Spielfreude, wie schon in den Wochen zuvor sahen die Fans ein zähes Spiel der Dortmunder Elf. Anders als beim 3:0-Sieg gegen Gladbach bestrafte St. Pauli defensive Nachlässigkeiten.
Der Niederländer Wouter Burger (9.) erzielte den entscheidenden Treffer für die Hoffenheimer, die nur eine der zurückliegenden elf Ligapartien verloren haben. Die Leverkusener konnten ihre Erfolgsserie bei der TSG (zuvor vier Siege in Folge) nicht fortsetzen und kassierten nach der Pleite gegen den VfB Stuttgart (1:4) den nächsten Rückschlag im Europapokal-Rennen. Am Dienstag muss Bayer in der Königsklasse bei Olympiakos Piräus ran.
Hoffenheims Rekordtorschütze Andrej Kramaric, der gegen Gladbach einen Dreierpack geschnürt hatte, feierte rund um das Leverkusen-Spiel sein zehnjähriges Dienstjubiläum im TSG-Trikot. "Er hat über so viele Jahre absolut abgeliefert", lobte Trainer Christian Ilzer kurz vor dem Anpfiff bei Sky den 34 Jahre alte Kroaten, dessen Zukunft (Vertrag läuft zum Saisonende aus) in den kommenden Tagen geklärt werden soll: "Er ist ein absoluter Vollprofi und ein Vorbild für die jungen Spieler."