Sport

Im "Heute"-Talk: Liechtenstein-Coach Pauritsch

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:09

In 50 Tagen startet Österreich gegen Liechtenstein ins Länderspieljahr - und trifft dabei auf Rene Pauritsch. Der Steirer ist seit 2013 im Fürstentum Teamchef. "Mein Herz ist zwiegespalten", gesteht er vor dem Duell. In "Heute" klärt der 51-Jährige über Ziele, Probleme und Erfolge auf.

In 50 Tagen startet Österreich gegen Liechtenstein ins Länderspieljahr – und trifft dabei auf Rene Pauritsch. Der Steirer ist seit 2013 im Fürstentum Teamchef. "Mein Herz ist zwiegespalten", gesteht er vor dem Duell. In "Heute" klärt der 51-Jährige über Ziele, Probleme und Erfolge auf.

"Heute": Herr Pauritsch, haben Sie den besten oder den schlimmsten Trainer-Job der Welt? 

Rene Pauritsch: "Sie meinen, weil jeder Punkt eine Überraschung ist? So gesehen, den besten. Liechtenstein kann nur gewinnen. Und ich kann relativ ruhig arbeiten, die Mannschaft entwickeln. Ich komme ja vom Nachwuchs, das ist eine superspannende Aufgabe."

"Heute": Liechtenstein hat etwa 2.000 Fußballer. Macht es das schwierig, ein Nationalteam zu formen?

Pauritsch: "Im Gegenteil. Es ist leicht. Ich nehme einfach von denen, die es gibt, die besten. Unser Team setzt sich aus Profis und Amateuren zusammen. Einige wollen sich präsentieren, andere müssen sich extra frei nehmen. Eine spannende Mischung."

"Heute": Ist es angenehm zu wissen, dass man verlieren "darf"?

Pauritsch: "Man hat natürlich Ziele. Und mit jedem Punkt steigt die Erwartungshaltung, vor allem die eigene. Über knappe Niederlagen freut sich auch bei uns niemand."

"Heute": Wie fühlt es sich an, nie in der Favoritenrolle zu sein? 

Pauritsch: "Mit Gibraltar oder San Marino sind wir zumindest auf Augenhöhe. Im Ernst: Die Spieler lernen früh damit umzugehen. Denn auch die Schweizer Klubs fördern lieber ihre eigenen Jungen, bevor sie einen aus Liechtenstein nehmen. Die Fußballer wissen, sie müssen ihr Bestes geben, um etwas zu erreichen. Diese Eigenschaft prägt ihren Charakter. Das Publikum honoriert das. Frei nach Niki Lauda: Zu verschenken haben wir nichts."

"Heute": Das musste in der EM-Quali auch Moldawien anerkennen.

Pauritsch: "Wir haben sie mit 1:0 besiegt – unser erster Auswärtserfolg seit zehn Jahren. Aber ich stufe unser 0:0 gegen Montenegro noch höher ein. Die galten zu Beginn als Mitfavorit."

"Heute": Und nun wartet Österreich – Ihr Heimatland. Wie gehen Sie an das Prestige-Duell heran?

Pauritsch: "Mein Herz ist zwiegespalten. Die Euphorie in Österreich ist riesig, die Mannschaft spielt großartig. Das taugt mir, da freue ich mich mit. Ich bin aber derzeit in Liechtenstein angestellt und kann daher 90 Minuten lang kein Fan sein. Das Spiel wird ein richtiges Fußballfest."

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