Befreiungsschlag für Henrik Kristoffersen! Der polarisierende Ski-Star aus Norwegen hatte zuletzt an sich gezweifelt, seinen Ärger über die Form-Krise nicht versteckt. Am Dienstag strahlte der 26-Jährige vom obersten Treppchen.
Im letzten Rennen vor Weihnachten beschenkte sich Kristoffersen mit seinem Triumph unter Flutlicht selbst. Er feierte im Nachtslalom von Madonna di Campiglio den Sieg, setzte sich vor seinem Landsmann Sebastian Foss-Solevaag (+0,33 Sekunden) und dem Südtiroler Alex Vinatzer (+0,34) durch. ÖSV-Star Manuel Feller, am Montag in Alta Badia noch Zweiter, verpasste das Stockerl als Vierter mit einer Hundertstelsekunde Rückstand hauchdünn.
Kristoffersen wählte im Siegerinterview ähnliche Worte wie Feller tags zuvor: "Es ist vielleicht einer von meinen emotionalsten Siege in meiner Karriere." Seine Erklärung: "Mit drei richtig schlechten Riesenslaloms in Serie und dem langsamen ersten Lauf ist das ein sehr emotionaler Sieg."
Warum es zuletzt nicht nach Wunsch gelaufen war? "Es ist nur im Kopf. Marcel (Hirscher, Anm.) war darin unglaublich. Jeder Lauf mit vollem Risiko und Angriffslustigkeit. Ich muss sagen: Es ist nicht so einfach."
Kristoffersen hatte sich vor Hirschers Rücktritt im Sommer 2019 jahrelang enge Rennen mit dem Salzburger geliefert, häufig den Kürzeren gezogen. Viele sahen in ihm den logischen Nachfolger als Weltcup-Dominator. Diese Rolle scheint ihm noch zuzusetzen.
Ex-Rivale Hirscher spukt auch lange nach dessen Rücktritt noch im Kopf von Kristoffersen herum.
Alles zum Rennen: Feller verpasst Madonna-Stockerl um eine Hundertstel.