Das rätselhafte Verschwinden der Schwäne am Traunsee sorgt weiter für Aufregung. Nun melden sich Angler mit einem brisanten Verdacht zu Wort: Große Welse könnten Jagd auf Jungschwäne machen.
Mehrere Fischer wollen in den vergangenen Monaten riesige Welse im Traunsee beobachtet haben. Beim Schloss Ort soll ein etwa 1,7 Meter langer Fisch unterwegs sein, vor der Schiffslände in Gmunden sogar ein Exemplar mit rund 2,4 Metern Länge.
Besonders schockierend: Laut mehreren Anglern sei dort ein Jungschwan plötzlich unter Wasser gezogen worden und danach verschwunden. "Der Waller könnte durchaus einer von mehreren Gründen sein", sagte Volker Dobringer vom Fischerverein Traunsee gegenüber den "OÖN".
Die riesigen Raubfische gelten als größte Süßwasserfische Österreichs. Welse können bis zu drei Meter lang und 150 Kilo schwer werden. Auf ihrem Speiseplan stehen normalerweise Fische, kleinere Wasservögel und Tiere, die ins Wasser geraten.
Dass die Welse überhaupt im Traunsee leben, dürfte laut den Fischern mit früheren Angelmethoden zusammenhängen. "Wir gehen davon aus, dass sich der eine oder andere Wels damals befreien konnte", erklärte Dobringer den "OÖN". Die Tiere seien vor Jahrzehnten als Lebendköder für den Hechtfang eingesetzt worden.
Für Tierarzt Andreas Hecht ist aber klar, dass es wohl nicht nur eine einzige Ursache für das Schwanensterben gibt. Neben möglichen Fressfeinden könnten auch fehlende Uferwiesen oder entfernte Schwäneneier eine Rolle spielen. Außerdem würden Schwäne abwandern, wenn sie anderswo bessere Lebensbedingungen finden.