Die Wohnungssuche wird in Wien zur Geduldsprobe! Hohe Mieten und ein knappes Angebot machen es vor allem in beliebten Bezirken schwierig, eine passende Bleibe zu finden. "Heute"-Leserin Mathilde* (25, Name von der Redaktion geändert) sucht bereits seit Monaten – doch nicht nur die Preise sorgen bei ihr für Frust. Ihre Wunschwohnung soll 700 Euro kosten und Ein- bis Zweizimmer haben.
"Klar sind die Preise ins Unermessliche gestiegen, doch meistens scheitert es schon an fehlenden Antworten", erzählt die Wienerin im "Heute"-Talk. Auf zahlreiche Anfragen erhalte sie überhaupt keine Reaktion. Andere Antworten empfindet sie hingegen als äußerst unfreundlich.
So habe ihr eine Person auf die Anfrage für einen Besichtigungstermin lediglich mit "Lohnzettel und Personalausweis" geantwortet. "Kein Hallo, kein Guten Tag, kein Bitte oder Danke", ärgert sich die 25-Jährige.
Auch der Kontakt mit einer Immobilienfirma blieb ihr negativ in Erinnerung. In einer E-Mail wurde auf eine Kontaktperson verwiesen. Als Mathilde dort gegen 11 Uhr anrief, sei sie von der Maklerin unwirsch darauf hingewiesen worden, dass diese gerade nicht im Büro sei und telefonisch keine Termine vereinbart werden. "In der E-Mail war dazu jedoch kein Hinweis zu finden", schildert sie.
Und selbst wenn es mit einem Termin klappt, wartet oftmals die nächste Ernüchterung: Gruppenbesichtigungen mit zahlreichen weiteren Interessenten. Bei einer Besichtigung mussten rund 15 Personen draußen bei über 30 Grad warten, weil nur zwei Interessenten auf einmal in die Wohnung durften – die Vermieterin nannte jedoch jedem dieselbe Uhrzeit.
Mathilde zeigt dennoch Verständnis dafür, dass auch Makler und Vermieter mit einer Flut an Anfragen konfrontiert sind. "Ich habe öfter schon gehört, dass Anfragen im dreistelligen Bereich geschickt wurden. Dennoch würde ich mir etwas mehr Respekt wünschen", so die Wienerin.
Es fühle sich so an, als müsste man mittlerweile regelrecht um höfliche Umgangsformen betteln und als würde die Verzweiflung von Wohnungssuchenden ausgenutzt werden. Mathildes Hoffnung ist es, demnächst ein passendes Mietobjekt zu finden: "Mehr verlange ich ja gar nicht."