Oberösterreich

In dieser Stadt kannst du bald 200 Euro abstauben

Viele sind von der Teuerung massiv betroffen. Erleichterung jetzt in einer Stadt: Bewohner können ihren Wohn- und Energiekostenzuschuss beantragen.
Johannes Rausch
23.05.2023, 16:34
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Am Montag beschloss der Welser Gemeinderat einstimmig, dass jeder anspruchsberechtigte Haushalt einen Bonus von 200 Euro bekommt. Die Idee stammt ursprünglich von FPÖ, MFG und Neos und wurde als "Mietzuschuss" vorgeschlagen. Konkret können Mieter sowie Haus- und Wohnungsbesitzer der 60.000-Einwohner-Stadt – mit Hauptwohnsitz seit einem Jahr – ab 30. Mai ihren Bonus fordern. 

Für Einpersonen-Haushalte liegt die Einkommensgrenze bei einem Brutto-Monatseinkommen von 1.950 Euro. Bei Mehrpersonen-Haushalten gilt die Grenze von 2.880 Euro. 

Außerdem kommen für jedes im Haushalt lebende Kind 120 Euro dazu. Als Berechnungsgrundlage wird der Gehaltszettel vom März herangezogen.

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"Deutliche Verbesserung"

"Viele der Drittstaatsangehörigen, das sind rund 11.000 Menschen in Wels, waren bisher vom potenziellen Kreis der Begünstigten ausgeschlossen", erklärt Stadtrat Thomas Rammerstorfer (Grüne). Er meint Menschen mit z. B. bosnischer, serbischer oder türkischer Staatsbürgerschaft. "Die neue Regelung, die wir mit ausverhandelt haben, stellt nun eine deutliche Verbesserung für diese Menschen dar. Darum konnten wir den Antrag mittragen, es ist ein akzeptabler Kompromiss", so Rammerstorfer. 

Ausgenommen sind unter anderem Häftlinge und Asylwerber. Diese würden von gestiegenen Wohnkosten nicht betroffen sein. "Viele Asylwerber in Privatunterkünften spüren die gestiegenen Kosten sehr wohl", kritisiert Stadtrat Thomas Rammerstorfer (Grüne) gegenüber den "Oberösterreichischen Nachrichten".

Weiters sind nicht anspruchsberechtigt: subsidiär Schutzberechtigte, Flüchtlinge, Bewohner von betreuten Einrichtungen, Seniorenheimen, Frauenhäusern oder Bezieher der Wohnungslosenhilfe. 

Finanzielle Entlastung

"Von den steigenden Preisen sind besonders alle Welserinnen und Welser mit einem geringeren Einkommen betroffen", erklärt Bürgermeister Andreas Rabl (FPÖ). "Die bisherigen Unterstützungsleistungen der Stadt sind in dieser Höhe in Österreich wohl einzigartig. Wir haben als Stadt eine soziale Verantwortung, diese nehmen wir wahr und versuchen dort zu helfen, wo es am wichtigsten ist.“

Vizebürgermeister Klaus Schinninger (SPÖ) erklärt: "Aufgrund der Verschiebung der Einkommensgrenzen und der Ausweitung des Bezieherkreises werden noch mehr Menschen vom Wohn- und Energiekostenbonus profitieren."

Hier kann man den Zuschuss beantragen:

Der Wohn- und Energiekostenzuschuss von 200 Euro kann von 30. Mai bis 31. Juli persönlich oder per Post im Amtsgebäude Greif in Wels beantragt werden. Online gilt ein Zeitraum von 30. Mai bis 31. August.

Als anspruchsberechtigt gilt eine Person mit eigenem Haushalt, die mindestens seit 1. März ihren Hauptwohnsitz in Wels hat.

Auf der Seite der Stadt Wels sind sämtliche Formulare und Dokumente zu finden.

Strompreis-Wucher

Gute Nachrichten für Welser Energiebezieher: Immer mehr Versorger haben in den vergangenen Wochen Preissenkungen angekündigt. Die Welser eww Gruppe hingegen hielt vorerst an ihrer Tarif-Gestaltung fest. Daran stieß sich die SPÖ in der blau regierten Stadt: Sie bezeichnete Bürgermeister Andreas Rabl als "Gewinn-Maximierer".

Das Unternehmen reagierte auf die Kritik und kündigte für 1. Juli eine Senkung an. Wie jetzt bekannt wurde, soll sich diese auf rund 14 Prozent belaufen.

Jetzt der nächste Erfolg für die Kunden: Die Arbeiterkammer Oberösterreich und die zur eww-Gruppe gehörende Wels Strom GmbH haben sich auf eine einmalige Rückzahlung geeinigt.