"Werdet uns kennenlernen" – Hotelier platzt der Kragen

ÖHV-Vize Walter Veit stellt der Regierung die Rute ins Fenster: "Wir können nicht immer bestraft werden, obwohl wir alles richtig gemacht haben"
ÖHV-Vize Walter Veit stellt der Regierung die Rute ins Fenster: "Wir können nicht immer bestraft werden, obwohl wir alles richtig gemacht haben"apa/picturedesk ("Heute"-Montage)
Sollte der Handel früher aufsperren dürfen als die Hotelbranche, werde man die Hotellerie "so richtig kennenlernen", kündigt ein Brancheninsider an.

Seit Montagvormittag berät sich die Bundesregierung mit Sozialpartnern und Experten über die aktuelle Corona-Lage. Noch ist unklar, ob der Lockdown für Geimpfte tatsächlich am 12. Dezember enden wird (in Oberösterreich am 17. Dezember) oder ob der Handel wegen des Weihnachtsgeschäftes wieder aufsperren darf. Die Zahlen scheinen noch nicht reif für eine Entscheidung.

Auch die Öffnung der Hotellerie und Gastronomie ist weiter in der Warteschleife. Klar ist nur, sollte der Handel aufsperren dürfen, die Tourismusbetriebe jedoch nicht, dann werde man die Hotellerie "so richtig kennenlernen", erklärt Walter Veit, selbst Hotelier im Salzburger Skiort Obertauern und Vizepräsident der Hoteliervereinigung ÖHV.

Wird stufenweise geöffnet?

Auch Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer drängt ganz vehement auf Öffnungen ("Man darf den Menschen Weihnachten nicht stehlen") und fordert für Geimpfte eine Komplett-Öffnung – für Handel, Gastronomie und Tourismus. Dies sei keine Frage der Möglichkeit, sondern eine "der Notwendigkeit", hielt er fest. Andernfalls würden sich "Südtirol oder die Schweiz ins Fäustchen lachen".

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Hinter den Kulissen wird gerade heftig über den weiteren Corona-Fahrplan durch die Adventszeit diskutiert. Dass Handel, Gastronomie und Tourismus noch vor Weihnachten österreichweit öffnen werden, scheint klar. Die Frage ist nur, ob sie gleichzeitig oder stufenweise aufsperren dürfen.

"Wir können nicht immer bestraft werden, obwohl wir alles richtig gemacht haben"

"Es ist absolut nicht akzeptabel, wenn der Handel früher aufsperren dürfte als die Hotelbranche", stellt Veit im Ö1-Journal eindeutig klar. Die Neos hatten ja vorgeschlagen, die Geschäfte in Österreich bereits ab 6. Dezember und an den Adventsonntagen wieder aufzusperren.

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"Wir sind immer später dran gewesen und wissen nicht warum. Wir haben alles eingehalten, die Zahlen sind bei uns immer niedrig gewesen - wenn das wieder kommt, dann werden wir wirklich protestierend auf die Straße gehen. So hat man die Hotellerie noch nie gesehen. Wir können nicht immer bestraft werden, obwohl wir alles richtig gemacht haben", so der ÖHV-Vize.

Dass es durchaus regionale Verschiebungen im Öffnungsplan geben wird, davon geht Veit jedoch aus. So rechnet er nicht damit, dass in Salzburg - trotz 80 cm Neuschnee und besten Pistenbedingungen - die Beherbergungsbetriebe bereits am 13. Dezember öffnen werden. Viel mehr rechnet er aufgrund der hohen Corona-Infektionszahlen im Bundesland mit einem Parallellauf mit Oberösterreich, welches erst am 17. Dezember seine Hotels wieder aufsperren wird.  

Nach Schweizer Vorbild

Vorstellbar sei eher, so Veith, dass die Gastronomie länger geschlossen bleibt, falls es aus gesundheitspolitischen Gründen notwendig sei. "Die Schweiz hat im vorigen Winter gezeigt, dass das wunderbar funktioniert". Ein erster Schritt müsse daher sein, die Hotellerie im ganzen Land aufzusperren, - "da gibt's genug Sicherheitsmaßnahmen, da wird alles streng überprüft", so der ÖHV-Vize -, in einem zweiten Schritt könnte dann die Gastronomie folgen.

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