Aus Mercedes-Sicht glich das Rennwochenende in Österreich einem einzigen Totalausfall. Die Silberpfeile hatten mit den hohen Temperaturen zu kämpfen, für Jungstar Andrea Kimi Antonelli war das Rennen bereits nach drei Kurven beendet – er schoss nach einem Fahrfehler Weltmeister Max Verstappen ab. Und George Russel? Der Brite landete mit mehr als einer Minute Rückstand auf Sieger Lando Norris am Ende nur abgeschlagen am fünften Platz. Zu wenig für die hohen Ansprüche von Teamchef Toto Wolff. Der Österreicher fällte im Nachgang ein vernichtendes Urteil.
"Dafür gibt es keine Entschuldigung, wir haben letztes Jahr hier gewonnen", erklärte der Österreicher sichtlich frustriert bei Sky. Seinem Team mangelte es in der Steiermark schlichtweg an Pace. Auffallend waren wieder einmal große Probleme der Silberpfeile, die zuletzt bei hohen Außentemperaturen häufiger auftraten. Die Bedingungen wollte Wolff aber nicht als Ausrede nehmen: "Alle anderen können damit besser umgehen."
Mitte Juni triumphierte Russell noch beim Grand Prix in Kanada. Rund zwei Wochen später war von seiner starken Form allerdings nichts mehr zu sehen. Leistungsschwankungen, die sich der Brite sowie das gesamte Team eigentlich nicht erlauben dürfen und Wolff zum Grübeln bringen. "Unverständlich und auch nicht akzeptabel, dass man als Team mit unserer Größe einfach solche Ausreißer hat."
Der 53-Jährige resümierte: "Das Tempo, das uns in der Steiermark gefehlt hat, ist etwas, worüber man sich nur den Kopf kratzen kann und das wir verstehen müssen. Wir wissen, dass wir ein paar Experimente gemacht haben, aber so weit darf man einfach nicht hinten liegen."