Die Regierung legte dem Parlament am Dienstag eine Gesetzesänderung vor. Künftig soll auf das Durchsickern von Prüfungsaufgaben eine Höchststrafe von bis zu zehn Jahren Haft stehen – doppelt so viel wie bisher.
Außerdem sollen Geldstrafen künftig mehr als eine Million Dollar (rund 880.000 Euro) betragen können. Auch Gerichtsverfahren in solchen Fällen sollen beschleunigt werden.
Wissenschaftsminister Jitendra Singh erklärte, die Reform unterstreiche die "tiefgreifende Verpflichtung dieser Regierung, das Wohlergehen der Studierenden" zu schützen. Ziel sei es, "die Glaubwürdigkeit all dieser Prüfungen zu stärken und wiederherzustellen"
Der Vorstoß folgt auf eine Einigung mit der sogenannten Kakerlaken-Bewegung (CJP), die tagelang gegen Missstände im Bildungssystem protestiert hatte. Die Bewegung erklärte ihre Demonstrationen am Wochenende für beendet, nachdem die Regierung nach eigenen Angaben alle Forderungen akzeptiert hatte.
Bereits zuvor war Bildungsminister Dharmendra Pradhan zurückgetreten – eine zentrale Forderung der Protestbewegung.
Am Dienstag ordnete zudem der Oberste Gerichtshof die Freilassung aller festgenommenen Demonstranten an, die jünger als 18 Jahre sind und keine Vorstrafen haben. Auch das hatten die Protestierenden gefordert.
Auslöser der Massenproteste waren Unregelmäßigkeiten bei einem landesweiten Aufnahmetest für das Medizinstudium. Bei den Demonstrationen in Neu-Delhi und anderen Städten war es teilweise zu gewaltsamen Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Premierminister Narendra Modi kündigte zuletzt umfassende Reformen des Bildungssystems an.