Am Rande des Christopher Street Day (CSD) in Berlin kam es am Samstagabend zu blutigen Szenen: Der 21-jährige Abdul B. soll mit einem Transporter in eine Menschenmenge gerast sein. Am Ende war eine Frau tot, weitere Personen wurden verletzt. Nach seiner Flucht wurde der Tatverdächtige am Sonntag von Polizisten in einer Berliner Gartenanlage erschossen.
Bereits kurz nach der Tat war man von einem islamistischen Motiv ausgegangen. Der in Deutschland geborene Mann mit libanesischen Wurzeln sei seit seinem 16. Lebensjahr vom Verfassungsschutz beobachtet worden.
Im Mai erhielt er eine Jugendstrafe wegen der Vorbereitung einer terroristischen Straftat. Diese wurde jedoch zur "Vorbewährung" ausgesetzt. Des Weiteren musste Abdul B. an einem Deradikalisierungsprogramm teilnehmen. Die Maßnahme scheint bei ihm nicht geholfen zu haben.
Dies wird nun durch einen Fund im Todesfahrzeug unterstrichen, von dem die "Bild" berichtet. Demnach hätten Beamte in dem Transporter das Handy des Verdächtigen gefunden. Darauf habe man ein IS-Bekennervideo entdeckt. Dieses soll Abdul B. kurz vor der Tat aufgenommen haben. Des Weiteren habe man in dem Wagen eine leere Machetenscheide entdeckt. Auch mit der Machete sollen Menschen attackiert worden sein.
Bereits zuvor soll der junge Mann versucht haben, sich dem IS in Syrien anzuschließen. Als deutscher Staatsbürger wurde er jedoch auf seiner Reise gefasst und wieder nach Berlin gebracht. Recherchen von NDR, WDR und der SZ zufolge hätte der 21-Jährige als "Hochrisikoperson" gegolten.