Crans-Montana startete mit einer schrecklichen Katastrophe ins Jahr 2026. Bei einem verheerenden Brand in der Bar "Le Constellation" kamen 41 Menschen ums Leben, 115 weitere wurden verletzt.
Nun könnten auf eine Schweizer Gemeinde massive Schadenersatzforderungen zukommen. Laut "Blick" verlangt allein eine betroffene Familie 56 Millionen Schweizer Franken (rund 61 Millionen Euro).
Dabei handelt es sich um ein Geschwisterpaar (18, 25). Sie berichteten demnach, wie Kellner Champagnerflaschen mit brennenden Wunderkerzen an die Tische brachten. Die 18-Jährige habe als Erste bemerkt, dass die Flammen auf die Decke übergriffen. "Es brennt!", soll sie laut Ermittlungsberichten mehrfach gerufen haben.
Ihr Bruder versuchte, sie durch die bereits lodernde Umgebung zur Treppe zu bringen. Dort staute sich jedoch eine Menschenmenge. Eine "Feuerwalze" erfasste die Jugendliche, ihre Haare fingen Feuer. Dem Bruder gelang es in letzter Sekunde, seine Schwester ins Erdgeschoss zu ziehen – er selbst erlitt dabei schwere Verbrennungen an Nacken, Rücken und Händen.
Die 18-Jährige musste nach ihrer Rettung mehrfach operiert werden. Sie leidet laut ihren Aussagen unter schweren psychischen Folgen. Schreckliche Erinnerungen an die Nacht, Angstattacken und Schwierigkeiten, wieder ein normales soziales Leben aufzunehmen, prägen ihren Alltag. Laut dem Bericht von "Blick" verzögere sich dadurch ihr Schulabschluss.
Auch ihr Bruder wurde schwer gezeichnet: 30 Prozent seiner Haut wurden verbrannt, er lag im Koma und musste sich Hauttransplantationen unterziehen. Heute ist er arbeitsunfähig, benötigt ständige Rehabilitation und leidet unter Traumata. Beide Geschwister fordern jeweils 25 Millionen Franken Schadenersatz. Die Eltern verlangen jeweils 2,5 Millionen, ein weiterer Bruder eine Million.
Somit beträgt die Schadenersatzforderung, die sich gegen das Betreiberpaar Jacques und Jessica Moretti, Gemeindepräsident Nicolas Féraud sowie Beamte, die im Visier von Ermittlungen stehen, richtet, 56 Millionen Schweizer Franken (etwa 61 Millionen Euro).
Wie ein Professor für Staats- und Verwaltungsrecht gegenüber dem "SRF" betonte, könnte es für die Gemeinde noch dicker kommen. Der Grund: Feuerpolizeiliche Normen seien elementare Verpflichtungen von Gemeinwesen. Laut dem Experten könnte eine Staatshaftungsklage gegen die Gemeinde aussichtsreich sein. Opfer und Hinterbliebene könnten somit über eine Milliarde Franken fordern.