Insider sicher: Turnier in Wimbledon wird abgesagt

Der Vizepräsident des deutschen Tennis-Verbands, Dirk Hordorff, nimmt die Entscheidung über das berühmteste Tennisturnier vorweg. Und er kündigt starken Widerstand gegen den Grand-Slam-Event in Paris an.

Um klare Worte ist Dirk Hordorff, der Vizepräsident des Deutschen Tennis Bundes (DTB), nie verlegen. Entsprechend deutlich äußerste sich der 63-Jährige nun im TV-Interview mit dem Bezahlsender Sky Sport über Wimbledon. Dort wird in dieser Woche darüber beraten, ob und wann das Turnier 2020 stattfinden soll. Laut Hordorff findet das Board-Meeting am Mittwoch statt, und das Ergebnis steht schon fest: "Ich selber bin in den Gremien der ATP und der WTA involviert. Dort sind schon die notwendigen Entscheidungen gefällt worden. Wimbledon wird die Absage beschließen. Da gibt es keinen Zweifel."

Planmäßig sollte das Turnier vom 29. Juni bis 12. Juli über die Bühne gehen, also in gut drei Monaten. Das sei viel zu früh, ist Hordorff überzeugt. "Es ist völlig unrealistisch, sich vorzustellen, dass bei den Reisebeschränkungen, die wir zur Zeit haben, ein internationales Turnier, wo Hunderttausende aus der ganzen Welt anreisen würde, stattfinden kann. Das ist nicht denkbar."

Keine finanziellen Zwänge

Eine Verschiebung auf eine Zeit, in der internationales Tennis wieder denkbar sei, scheitere an den spezifischen Verhältnissen: "Wimbledon hat durch den Rasen und die besonderen Lichtverhältnisse eigene Gesetze." Im September oder Oktober zu spielen, sei deshalb nicht möglich. Zudem müsse sich das Turnier keine finanziellen Sorgen machen, weil es voraussehend genug gewesen sei, schon vor längerem eine Pandemie-Versicherung abzuschließen. Und es habe genügend Rücklagen, um sogar mehrere Jahre zu überstehen.

Wenig Verständnis zeigte der Deutsche für den Alleingang in Paris, das ja vier Monate nach hinten rückte, erst vom 20. September bis 4. Oktober stattfinden soll. So werde das nicht klappen, glaubt Hordorff. "Entweder werden sie (die Franzosen) sich in einen sinnvollen Plan einarbeiten lassen, oder sie werden die Konsequenzen der gesamten Tennisfamilie spüren. Ihnen werden die Punkte entzogen, und sie verkommen zur Chaosveranstaltung. Das haben die Verantwortlichen sogar dort schon kapiert, und sie kriechen auch schon langsam wieder zu Kreuze. In heutigen Zeiten ist Solidarität angesagt, da ist ein Miteinander angesagt und nicht Alleingänge."

Wenn schon nicht sportlich, so stehen im Tennis zumindest politisch interessante Zeiten an.

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