Langsam nimmt das nächste Finanzdesaster in Österreichs Profifußball Form an. Der angeschlagene FC Lustenau hat Schulden bei der Vorarlberger Gebietskrankenkasse (VGKK) angehäuft. Diese hat nun einen Insolvenzantrag eingebracht. Gehen beim Traditionsklub noch vor dem Saisonende die Lichter aus?
Eines ist schon jetzt klar. Die Vorarlberger, die in der Tabelle der Erste Liga derzeit auf Rang fünf liegen, werden für die kommende Saison keinen Lizenzantrag stellen. Damit wird der FC Lustenau fix absteigen. Ob der Spielbetrieb überhaupt bis zum Sommer aufrechterhalten werden kann, ist allerdings zweifelhaft. Ein möglicher Rettungsanker wäre der Verkauf der Lizenz an den SC Bregenz. Darüber soll in den kommenden Tagen entschieden werden.
Gewaltiger Schuldenberg
Der Schuldenberg der Lustenauer ist gigantisch. Laut Präsident Dietmar Sperger beträgt dieser im Moment 850.000 Euro. Er selbst hafte mit 600.000 Euro, erklärte er dem "ORF". Für die restlichen 250.000 Euro sei er optimitisch, dass diese aufgetrieben werden können. Bis zum 21. März will er einen Sanierungsplan vorlegen, wie die Saison bis zum Ende ausfinanziert und der Spielbetrieb im Amateurfußball weitergeführt wird.
Sperger, der Chef der Vermögensverwaltungsfirma Prometheus ist, steht längst im Fadenkreuz der Ermittler. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Untreue und Betrugs. Ende Jänner berichteten die "Vorarlberger Nachrichten" zudem davon, dass bei Hausdurchsuchungen Doppelverträge von Spielern aufgetaucht sein sollen.
100.000 Euro Schulden bei VGKK
Die neuesten Entwicklungen machen die Schlinge um den FC Lustenau noch enger. Der Klub schuldet der VGKK rund 100.000 Euro. Laut der Versicherung seien die bis dahin immer pünktlichen Betragszahlungen vor zwei, drei Wochen ins Stocken geraten. Auskunft über die Gründe gab es nicht. Deshalb blieb der VGKK nichts anderes übrig, als einen Insolvenzantrag einzubringen. Die Verhandlung wurde für Ende März anberaumt.