BBC deckt Skandal auf

Instagram zeigte Werbung für Kindesmissbrauch

Schockierende Recherche: Instagram spielte in Indien Werbung aus, die zu Telegram-Gruppen mit Missbrauchsdarstellungen führte. Meta wiegelt ab.
Technik Heute
04.07.2026, 20:26
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Eine Recherche der britischen BBC hat schockierende Versäumnisse bei Instagram aufgedeckt: Nutzer in Indien bekamen Werbung angezeigt, die sie direkt zu Telegram-Gruppen mit Darstellungen von sexualisierter Gewalt gegen Kinder führte.

Metas automatische Prüfungssysteme hätten die offensichtlich illegalen Inhalte eigentlich erkennen müssen. Doch selbst nach Hinweisen der Journalisten antwortete Meta in einem Fall, dass keine Verletzung der Community-Richtlinien erkennbar sei.

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Videos um 90 Cent verkauft

Wie heise.de unter Berufung auf die BBC berichtet, führten Links in den Werbeanzeigen zu Telegram-Gruppen, in denen die Videos zu niedrigen Preisen angeboten wurden - teilweise für umgerechnet rund 90 Cent. Die BBC dokumentierte insgesamt 30 solcher Fälle.

Ein ehemaliger Richter an Indiens oberstem Gerichtshof befürchtet, dass Meta nach indischem Gesetz bereits kriminelle Aktivitäten verfolgt, um damit Geld zu verdienen. Er fordert die Justiz zum Handeln auf.

Ex-Meta-Chef kritisiert Konzern

Brian Boland, von 2009 bis 2020 Vizepräsident bei Meta, kritisiert den Kurswechsel seines ehemaligen Arbeitgebers scharf. Der Algorithmus sei darauf ausgelegt, Nutzern immer "etwas noch Extremeres" anzuzeigen, um sie auf der Plattform zu halten.

Meta weist die Vorwürfe zurück und betont, dass Kindesmissbrauch ein "grausames Verbrechen" sei, das man "aggressiv bekämpfe". 2025 seien rund vier Millionen Accounts automatisch deaktiviert worden.

Auch EU betroffen

In Deutschland hängt die Bekämpfung solcher Inhalte von Hinweisen aus den USA ab. Im EU-Parlament steht nächste Woche eine Abstimmung an, ob Online-Plattformen weiterhin private Kommunikation nach möglichen Straftaten durchsuchen dürfen.

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