Seit Tagen sorgen rätselhafte Inserate für massive Aufregung. Es kursieren angebliche Inserate des Online-Portals Vinted: Angeboten werden darin etwa Kuscheltiere um 15.000 Euro, dazu tauchen Angaben wie Alter und Körpergröße auf. Im Netz verbreitete sich rasch ein schlimmer Verdacht: Manche Nutzer vermuten einen Zusammenhang mit Kinder- oder Menschenhandel.
Jetzt reagiert Vinted auf die Vorwürfe und weist sie klar zurück: "Uns sind die derzeit online zirkulierenden Anzeigen bekannt. Nach unseren aktuellen Untersuchungen haben wir jedoch keinerlei Beweise gefunden, die diese Angebote mit Kinderhandel in Verbindung bringen", erklärt die Plattform.
Auch das Bundeskriminalamt in Wien prüft die Hinweise. Gegenüber "Heute" heißt es: "Seit Dienstag bekommen wir vermehrt Meldungen zu solchen Fällen. Wir nehmen sie alle sehr ernst und prüfen intensiv."
Gleichzeitig halten Ermittler auch eine andere Erklärung für möglich. Denkbar sei, dass jemand gezielt für Verunsicherung sorgen wolle und die Inserate frei erfunden wurden.
Vinted betont, dass verdächtige Anzeigen sofort gemeldet werden sollen. "Wir nehmen dieses Thema extrem ernst und fordern jeden, der auf eine solche Anzeige stößt, dazu auf, diese sofort zu melden, damit wir sie prüfen und Maßnahmen ergreifen können."
Laut der Plattform gebe es wichtige Unterschiede zwischen bewusst verstörenden Anzeigen, unüberlegten Inseraten und echten Beweisen für Kinderhandel. "Letztere liegen hier nicht vor", heißt es.
Auch die hohen Preise erklärt Vinted: "Diese Preise spiegeln in einigen Fällen entweder einen realen Sammlerwert oder Verhandlungstaktiken wider." In anderen Fällen handle es sich "leider schlicht um Trolling und gezielte Falschmeldungen, die darauf ausgelegt sind, viral zu gehen."
Für unbeteiligte Verkäufer hat die Aufregung bereits Folgen. "Wir beobachten in diesem Zusammenhang leider ebenfalls einen Anstieg von ungerechtfertigtem, beleidigendem Verhalten gegenüber Vinted-Verkäufern, die legitime, höherpreisige Kinderartikel anbieten."
Vinted spricht von Fehlinformationen, Trolling und Verschwörungstheorien. Gleichzeitig versichert die Plattform, gegen verdächtige Inhalte vorzugehen.