Ansage zu Mega-Waldbrand

"Intellektuell nicht in der Lage": Kachelmann teilt aus

NRW erlebt größten Waldbrand der Geschichte. In der Eifel kämpfen 1.400 Kräfte gegen Flammen. Zur Ursache hat Jörg Kachelmann eine klare Meinung.
Newsdesk Heute
16.08.2026, 19:30
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Im Hürtgenwald in der Eifel kämpfen Einsatzkräfte weiter gegen einen Waldbrand historischen Ausmaßes. Nach Einschätzung der Landesregierung dürfte es sich um den größten Waldbrand in der Geschichte Nordrhein-Westfalens handeln. Betroffen sind rund 200 bis 300 Hektar Wald – das entspricht etwa 420 Fußballfeldern.

NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) sagte bei einem Besuch der Einsatzkräfte: "Wir haben hier in Hürtgenwald mit einem Ausmaß zu tun, mit dem wir so in Jahrzehnten nichts zu tun hatten." Umweltminister Oliver Krischer sprach von einem "erschreckenden" Ausmaß und zog eine klare Verbindung zur Klimakrise: "Das zeigt eben, die Folgen des Klimawandels treffen uns hier mit voller Wucht."

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Besonders im Fokus steht der Ortsteil Gey. Rund 2.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen und kamen vorerst bei Verwandten oder Freunden unter. Die Flammen lagen zuletzt weiter etwa 150 bis 200 Meter von der Ortschaft entfernt. Eine Rückkehr der Bewohner ist damit noch nicht absehbar.

Auch Panzer im Einsatz

In der Nacht auf Samstag gelang es den Einsatzkräften, ein weiteres Ausbreiten des Feuers zu verhindern. Brandmeister Karlheinz Eismar sagte: "Unsere Strategie für die Nacht ist aufgegangen." Die Flanken hätten gehalten werden können – auch, weil kaum Wind wehte. Auch Landrat Ralf Nolten sah Fortschritte: "Gestern Morgen war echter Kampf und jetzt ist kontrolliertes Arbeiten."

Trotzdem ist der Brand noch nicht gelöscht. Die Feuerwehr rechnet damit, dass der Einsatz noch Tage dauern kann. Inzwischen kämpfen rund 1.400 Einsatzkräfte gegen die Flammen. Unterstützt werden sie von zehn Hubschraubern von Bundespolizei, Landespolizei und Bundeswehr. Die Bundeswehr schlug mit Bergepanzern breite Schneisen in den Wald, um ein Übergreifen des Feuers zu verhindern.

Erschwert werden die Löscharbeiten durch Weltkriegsmunition im Gelände. Der Hürtgenwald war 1944 und 1945 Schauplatz schwerer Kämpfe. Laut Landrat Nolten können deshalb keine einzelnen Feuerwehrleute mit Löschrucksäcken in bestimmte Bereiche geschickt werden. In der Nacht soll auf dem Brandgelände bereits Munition explodiert sein.

Fast immer (ungewollte) Brandstiftung

Die Brandursache steht weiterhin nicht fest. Die Polizei hat ein Hinweisportal eingerichtet und ermittelt. Zugleich verweist Waldschutz-Experte Michael Müller von der Technischen Universität Dresden darauf, dass die meisten Waldbrände direkt oder indirekt durch Menschen verursacht werden. Sein Satz dazu ist deutlich: "Wälder entzünden sich nicht selbst."

Denn: Abgesehen von seltenen Blitzschlägen während sogenannter Trockengewitter ohne Regen, ist fast immer Brandstiftung die Ursache eines Feuers.

Dabei geht es aber nicht um hinterlassene Glasscherben oder Plastikteile, wie oft vermutet wird. Dass Landwirtschaftsministerin Gorißen genau diese aber bei ihrem grundsätzlich korrekten Appell, aktuell Wälder besser überhaupt nicht zu betreten, aufgezählt hatte, lässt den Wetter-Experten Jörg Kachelmann rot sehen.

Auf X äußert er sich regelmäßig mit harten Worten, wenn solche Aussagen verbreitet werden: "Das ist das, was mich am meisten besorgt: Dass das politische Personal, dass Bund und Ländern zur Verfügung steht, intellektuell nicht in der Lage ist, eine Herausforderung wie den Klimawandel und seine Folgen meistern zu können", kommentiert der streitbare Schweizer die Aufzählung der CDU-Politikerin. Nachsatz: "Nichts wissen führt hier zwangsweise zu nichts können."

Laut Kachelmann hatten die Menschen in Hürtgenwald "unendliches Glück", dass der Waldbrand nicht auch noch von stärkerem Wind angefacht wird. Andernfalls "würde in Gey kein Haus mehr stehen", schreibt er.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 17.08.2026, 15:09, 16.08.2026, 19:30