Iranische Parlamentarier haben einen Plan vorgelegt, eine Nutzungsgebühr für die für den internationalen Öltransport wichtige Straße von Hormus zu erheben. Der Iran garantiere die Sicherheit in der Meerenge und will dafür nun Geld sehen. Heißt im Klartext: Wer durch will, soll zahlen.
"Die Sicherheit der Meerenge wird von der Islamischen Republik gewährleistet", und Schiffe müssten "im Gegenzug eine Abgabe zahlen", erklärte die Abgeordnete Somajeh Rafiei nach Angaben der Nachrichtenagentur ISNA vom Donnerstag.
Die Folgen sind global spürbar: Durch die Straße von Hormus läuft rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports. Schon jetzt sitzen hunderte Schiffe fest, die Preise für Öl und Gas steigen deutlich.
Seit Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar ist die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, faktisch gesperrt. Die Meerenge zwischen der Arabischen Halbinsel und dem Iran wird von den iranischen Revolutionsgarden kontrolliert. Die Blockade ließ die Öl- und Gaspreise in die Höhe schnellen.
Teheran nutzt die Lage gezielt als Druckmittel. Verbündete Länder dürfen teils passieren, am Krieg beteiligte Staaten werden offen bedroht oder blockiert. Jetzt könnte daraus ein Geschäftsmodell werden.
Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf machte bereits am Dienstag klar: Eine Rückkehr zum alten Zustand wird es nicht geben. Die Regeln für die wichtigste Ölroute der Welt werden neu geschrieben.