Sollte es im Zuge des Iran-Kriegs zu Fluchtbewegungen kommen, dürfte Deutschland das Hauptzielland für Menschen aus dem Iran sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Forschungsinstituts Rockwool Foundation Berlin.
Im Iran sind seit Beginn der US-israelischen Luftangriffe Ende Februar nach UN-Angaben mehr als drei Millionen Menschen zu Binnenvertriebenen geworden. Viele von ihnen könnten auch Europa als Ziel ansteuern.
Wie n-tv.de unter Berufung auf den Münchner Merkur berichtet, gaben in einer repräsentativen Gallup-Umfrage von 2024 rund 28 Prozent der befragten Iraner Deutschland als wahrscheinlichstes Zielland an. Danach folgen Kanada mit 13 Prozent und die Türkei mit 10 Prozent.
RF-Berlin-Direktor Christian Dustmann erklärte: "Dies unterstreicht die Bedeutung von Diaspora-Netzwerken, die die Kosten und Risiken von Migration verringern." Migrationsmuster bauen in der Regel auf bestehenden Verbindungen zwischen Herkunfts- und Zielländern auf.
Laut der Studie lebten bis Ende 2025 bereits 29 Prozent der iranischen Geflüchteten in Deutschland. Migration folge im Krisenfall wahrscheinlich den bereits bestehenden Korridoren, so die Forscher.
Weiter entfernte Ziele wie Kanada, Australien oder die USA seien schwieriger zu erreichen. Dustmann betonte daher: "Es ist daher wahrscheinlich, dass Europa und insbesondere Deutschland zum wichtigsten Ziel möglicher Flüchtlingsbewegungen wird, falls die Vertreibung infolge des Krieges zunimmt."
In Deutschland wächst angesichts des Iran-Kriegs die Sorge vor einer möglichen Massenflucht aus der Region. Politiker aus Koalition und Opposition fordern, Deutschland und Europa müssten sich gegen eine mögliche Fluchtbewegung wappnen.