Trotz Krieg gegen die USA

Mullahs festigen Macht im Iran – Opposition geschwächt

Nach dem Krieg bleibt die Macht im Iran bei den Geistlichen, während Opposition und Menschenrechte weiter massiv unter Druck geraten.
Newsdesk Heute
23.06.2026, 16:01
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Die Islamische Republik hat den Krieg überstanden. Nach dem Ende der US-israelischen Angriffe sitzen im Iran weiterhin die ultrakonservativen Geistlichen fest im Sattel. Die Opposition ist dagegen massiv geschwächt. Laut Experten und Menschenrechtsaktivisten sind die Gegner der Mullahs die größten Verlierer des Abkommens zwischen Washington und Teheran. Die Bombardements, die US-Präsident Donald Trump zu Beginn der Angriffe als Wegbereiter für einen Volksaufstand verkauft hat, haben diesen nicht ausgelöst.

Die Oppositionsbewegungen im Exil konnten die Situation nicht für sich nutzen, sagt Thomas Juneau von der Universität Ottawa: "Im Gegenteil, die Machtkämpfe innerhalb der Exilopposition haben sich verschärft", während die Opposition im Land "erheblich geschwächt" worden sei. Nach der brutalen Niederschlagung der Massenproteste im Jänner hofften manche Dissidenten auf eine Intervention von außen.

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Als der Oberste Führer des Iran, Ali Chamenei, am 28. Februar, also am ersten Tag des Krieges, getötet wurde, gab es in den Wohnvierteln von Teheran Jubel. Doch die Hoffnung auf einen Machtwechsel verschwand in den Wochen danach. Statt zurückzuweichen, griff die Islamische Republik Israel sowie die mit den USA verbündeten Nachbarn am Golf an. Das Leid der Bevölkerung nahm durch zivile Opfer, Zerstörung, eine Welle an Verhaftungen und Hinrichtungen sowie massive Internetsperren weiter zu.

"Bei diesem Krieg ging es nie um die Menschenrechte der Iraner", sagt Mahmood Amiry Moghaddam, Chef der Organisation Iran Human Rights in Norwegen. Die Behörden hätten "den Krieg als Vorwand genutzt, um die Unterdrückung im Inland zu verschärfen". "Ein demokratischer Wandel muss vom iranischen Volk ausgehen, nicht von einem ausländischen Militäreinsatz", ist Moghaddam überzeugt.

US-Vizepräsident JD Vance hat vergangene Woche betont, dass es bei dem Krieg in erster Linie darum gegangen sei, das iranische Atomprogramm zu stoppen. Trumps Haltung war immer: "Wenn das iranische Volk sich erheben will, großartig. Das ist ihre Sache."

Viele Iraner fühlen sich verraten. "Sie können noch so sehr versuchen, das Abkommen schönzureden - es wird den Behörden nur die Macht geben, uns noch stärker zu unterdrücken", sagt Sima, eine 34-Jährige aus Teheran, die anonym bleiben möchte. "Jede Form von Frieden mit der Islamischen Republik kommt einem Frieden mit meinem Henker gleich."

Für Reza Pahlavi, Sohn des 1979 gestürzten Schahs, "sind alle Verhandlungen mit diesem Regime zum Scheitern verurteilt, und wir werden alle die Konsequenzen tragen müssen". Das sei "moralisch verwerflich und ein strategischer Fehler", schrieb er im Onlinedienst X. Während der Proteste im Jänner wurde sein Name gerufen, er galt als mögliche Führungsfigur bei einem Machtwechsel. Doch Trump unterstützte weder ihn noch andere Oppositionelle.

Auch die Massenproteste haben die Oppositionsgruppen nicht geeint, sagt Nahost-Experte Juneau. Die verschiedenen Gruppen im Ausland organisierten lieber ihre eigenen Kundgebungen. Auch jetzt gibt es gegenseitige Angriffe unter den Bewegungen.

Die oppositionellen Volksmudschahedin kritisierten nach der US-iranischen Vereinbarung nicht nur Teheran, sondern auch die Monarchisten scharf und warfen ihnen vor, "den Krieg zu wollen". Ihre Vorsitzende Maryam Radjavi forderte, das Ende der Hinrichtungen politischer Gefangener in die Gespräche aufzunehmen – ein Punkt, der im Abkommen zwischen Washington und Teheran fehlt.

Menschenrechtsgruppen und die Vereinten Nationen sind alarmiert, weil die Zahl der Verhaftungen und Hinrichtungen im Iran seit Kriegsbeginn sprunghaft gestiegen ist – mehr als 40 Fälle. Viele Menschen wurden im Zusammenhang mit den Protesten festgenommen, die von den Behörden als "terroristische Unruhen" bezeichnet werden. Agnès Callamard, Generalsekretärin von Amnesty International, warnt: "Demonstranten, Dissidenten und all jene, die sich für einen grundlegenden politischen Wandel einsetzen, sind weiterhin einem hohen Risiko weiterer Gräueltaten durch die iranischen Behörden ausgesetzt."

{title && {title} } red, {title && {title} } 23.06.2026, 16:01
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