"Rache ist gewiss"

Iran schwört Vergeltung – Merz auf Todesliste

Eine ultrakonservative Zeitung in Teheran setzt Friedrich Merz und weitere westliche Spitzenpolitiker auf eine Vergeltungs-Liste.
Nick Wolfinger
12.07.2026, 11:36
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Nach der tagelangen Trauerzeremonie für den getöteten iranischen Ayatollah Ali Chamenei veröffentlichte die ultrakonservative Tageszeitung "Hamshahri" am Samstagabend eine Grafik mit den Fotos von 13 westlichen Spitzenpolitikern.

"Sie werden bezahlen"

Auf der Liste befinden sich unter anderem Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), US-Präsident Donald Trump, Israels Premier Benjamin Netanjahu, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni.

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Besonders brisant: Die Porträts von Trump und Netanjahu sind zusätzlich mit Fadenkreuzen versehen. In der gedruckten Sonntagsausgabe erschien die Grafik allerdings nicht.

Mit der Veröffentlichung greift die Zeitung Aussagen des neuen geistlichen Führers Modschtaba Chamenei auf. Der Sohn des getöteten Ali Chamenei kündigte in einer schriftlichen Botschaft Vergeltung an.

"Muss unweigerlich vollzogen werden"

"Diese Vergeltung ist der Wille unserer Nation und muss unweigerlich vollzogen werden", heißt es darin. Die "Verbrecher", deren Namen auf einer Liste stünden, würden "den Wunsch nach einem friedlichen Tod in ihrem Bett mit ins Grab nehmen". Konkrete Namen nannte Chamenei selbst allerdings nicht.

"Hamshahri" stellte den Bezug selbst her und veröffentlichte die Fotos der 13 Politiker. Neben Merz, Trump und Netanjahu finden sich darauf auch US-Außenminister Marco Rubio sowie der scheidende britische Premierminister Keir Starmer.

Warum auch Merz auf der Liste steht

Dass auch der deutsche Bundeskanzler auf der Grafik auftaucht, dürfte kein Zufall sein. Merz hatte den US-israelischen Angriff auf den Iran öffentlich verteidigt und das Regime in Teheran scharf kritisiert. Aus Sicht der iranischen Führung gehört Deutschland damit zu jenen westlichen Staaten, die den Militäreinsatz politisch unterstützt haben.

Zudem wirft Teheran mehreren europäischen Ländern vor, die Angriffe nicht verurteilt und den USA durch die Freigabe ihres Luftraums indirekt geholfen zu haben. Die Zeitung gehört der Stadtverwaltung von Teheran und ist für ihren ultrakonservativen und provokanten Kurs bekannt.

Krieg als Auslöser

Ali Chamenei war laut iranischen Angaben am 28. Februar, dem ersten Tag des Krieges mit Israel und den USA, bei einem gemeinsamen Angriff getötet worden. Sein Sohn Modschtaba folgte ihm als geistlicher Führer.

Mit der Veröffentlichung verschärft sich der Ton zwischen Teheran und dem Westen weiter. US-Präsident Trump drohte in einer Reaktion einmal mehr mit der "totalen Vernichtung" des Iran.

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