Das Außenministerium in Teheran wirft den USA und Israel vor, direkt Einfluss auf die seit Tagen wachsende Protestbewegung im Iran zu nehmen. "Die Amerikaner und Israelis haben selbst gesagt, dass sie direkt in die Proteste im Iran eingreifen", erklärte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi am Freitag bei einem Besuch im Libanon. "Sie versuchen, die friedlichen Proteste in spaltende und gewalttätige Proteste zu verwandeln."
Vor wenigen Tagen hatte US-Präsident Donald Trump nach Berichten über Todesopfer bei den seit fast zwei Wochen andauernden regierungskritischen Protesten im Iran der Führung in Teheran ein US-Eingreifen angedroht.
"Was die Möglichkeit einer militärischen Intervention gegen den Iran angeht, halten wir dies für sehr unwahrscheinlich, da ihre bisherigen Versuche völlig gescheitert sind", sagte Araghtschi dazu.
In der Nacht auf Freitag kam es im Iran zu den größten Demonstrationen seit Beginn der Protestwelle vor zwei Wochen. In mehreren Städten richteten Demonstranten ihren Zorn mit lautstarken Slogans gegen die religiöse und politische Führung des Landes. Beobachtern zufolge war das von den Behörden gekappte Internet auch am Freitag in der Früh noch immer gesperrt.
Die Proteste sind ursprünglich aus Ärger über die hohen Lebenshaltungskosten und die schlechte Wirtschaftslage entstanden. Seit dem Beginn am 28. Dezember gab es Versammlungen in mindestens 50 Städten und Ortschaften, vor allem im Westen des Landes.
Nach jüngsten Angaben der Organisation Iran Human Rights (IHR) mit Sitz in Norwegen wurden in knapp zwei Wochen mindestens 45 Demonstranten getötet, darunter acht Minderjährige. Iranische Behörden und Medien sprechen bisher von 21 Toten, darunter auch Angehörige der Sicherheitskräfte.