Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian bricht am Dienstag zu einem offiziellen Staatsbesuch nach Pakistan auf. Es ist seine erste Auslandsreise seit den Angriffen der USA und Israels auf den Iran Ende Februar und folgt unmittelbar auf bedeutsame Gespräche zwischen den USA und dem Iran in der Schweiz.
Einen Tag zuvor hatten Pakistan und Katar bekanntgegeben, dass bei den hochrangigen Gesprächen in Bürgenstock ein 60-tägiger Fahrplan für eine mögliche Einigung zwischen den USA und dem Iran vereinbart wurde. Die Reise gilt als Zeichen des Dankes gegenüber Pakistan, das bei den Verhandlungen vermittelt hatte, und als Versuch, die fragile Einigung in politische Erfolge umzuwandeln.
Pezeshkian will in Islamabad unter anderem Premierminister Shehbaz Sharif und Präsident Asif Ali Zardari treffen. Geplant sind Gespräche über die Ergebnisse der Schweiz-Verhandlungen sowie über eine vertiefte Zusammenarbeit bei Handel, Energie, Grenzsicherheit und regionaler Anbindung.
Der Iran und Pakistan verbinden eine bewegte Vergangenheit. Erst im Jänner 2024 kam es zu gegenseitigen Militärschlägen nach iranischen Angriffen auf Ziele in der pakistanischen Grenzregion Balochistan. Beide Länder zogen damals kurzfristig ihre Botschafter ab, entspannten die Lage aber rasch wieder durch diplomatische Initiativen. Seitdem wurden die Beziehungen schrittweise repariert. Im Mai 2025 besuchte Pakistans Premierminister Teheran, im Juni desselben Jahres war Pezeshkian erstmals als Präsident in Pakistan.
Nach den jüngsten US-Israel-Angriffen haben Pezeshkian und Sharif mehrfach telefoniert, auch Militär- und Innenminister beider Länder reisten zu gegenseitigen Gesprächen. Der Vermittlungserfolg in der Schweiz wird von Experten als ein wichtiger Schritt gesehen, um das Vertrauen zwischen den Verhandlungspartnern zu stärken.
Im Rahmen des Abkommens darf der Iran für 60 Tage sein Öl wieder weltweit exportieren – eine spürbare wirtschaftliche Erleichterung. Auch über regionale Konflikte, etwa im Libanon, soll laut dem in Islamabad unterzeichneten Memorandum ein Mechanismus zur Deeskalation geschaffen werden.
Der Besuch Pezeshkians wird als Beleg für Irans Bestreben gewertet, regionale Eigenständigkeit zu demonstrieren und nicht bloß auf amerikanischen Druck zu reagieren. Gleichzeitig stärkt er Pakistans Rolle als anerkannter Vermittler in einer angespannten Region.