Eigentlich geht es um Glanz, Glamour und große Roben. Doch bei der Opernball-Pressekonferenz wurde es plötzlich erstaunlich spitz. Staatsoperndirektor und Opernball-Chef Bogdan Roščić nahm sich kein Blatt vor den Mund und kritisierte die Darstellung der Reichweite des Opernballs und schob dem ORF dabei dezent, aber deutlich den Ball zu.
"Es kursieren unzutreffende Gerüchte über die Reichweite des Opernballs", sagte Roščić. Der Grund dafür liege auch daran, dass man in der Staatsoper "so elegant und zurückhaltend" sei – "der ORF auch", fügte er mit hörbarer Ironie hinzu.
Der Kern der Kritik: Der ORF teile die Übertragung in drei einzelne Sendungen auf und weise sie getrennt aus. Das lasse den Erfolg kleiner wirken, als er tatsächlich sei. "Bisschen irreführend", nennt Roščić das.
Denn in Wahrheit sei die Sache glasklar: "Der Opernball ist die mit Abstand meistgesehene Fernsehsendung des Jahres." 2,7 Millionen Menschen sahen zuletzt zu – und das mit "siebenstelligem Abstand" zur restlichen TV-Konkurrenz.
"Es ist EIN Opernball. Es ist EINE Fernsehsendung", stellte Roščić unmissverständlich klar. Und schob nach: "Das sagt viel über Österreich."
Zum Abschluss richtete der Opernball-Chef noch eine klare Bitte an die anwesenden Medienvertreter: Sie sollen diese Information "in das Land hinaustragen", damit auch ganz Österreich erfährt, wie gigantisch die Strahlkraft des Opernballs tatsächlich ist.
Zwischen den Zeilen klingt klar durch: Der Opernball will nicht nur das glamouröseste Event des Landes sein, sondern auch offiziell als das größte TV-Ereignis gefeiert werden.