Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hat am Sonntag damit gedroht, die Angriffe gegen die Hisbollah-Miliz im Südlibanon zu verstärken. "Die Verpflichtung der libanesischen Regierung zur Entwaffnung und Vertreibung der Hisbollah aus dem Südlibanon muss vollständig eingehalten werden", erklärte Katz. Laut ihm spiele die Hisbollah "mit dem Feuer" und der libanesische Präsident Joseph Aoun zögere, gegen die Miliz vorzugehen.
"Wir werden keine Bedrohung für die Bewohner unseres Nordens zulassen", so Katz weiter. Nach Beginn des Krieges im Gazastreifen mussten tausende Israelis, die nahe der Grenze zum Libanon leben, ihre Häuser verlassen.
Die Hisbollah hatte damals mit regelmäßigen Raketenangriffen aus dem Libanon eine zweite Front gegen Israel eröffnet. Die israelische Armee reagierte mit heftigen Luftangriffen auf Ziele im Libanon und startete später auch eine Bodenoffensive.
Ausgelöst wurde der Gaza-Krieg durch den brutalen Angriff islamistischer Kämpfer auf Israel am 7. Oktober 2023.
Im November des vergangenen Jahres wurde eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah vereinbart. Allerdings werfen sich beide Seiten immer wieder gegenseitig Verstöße gegen die Feuerpause vor. Zuletzt hat die israelische Armee ihre Angriffe im Libanon wieder verstärkt.
Auf Druck der USA und aus Angst vor israelischen Militäreinsätzen im Libanon hat die Regierung in Beirut im August die Armee angewiesen, einen Plan auszuarbeiten, um die Hisbollah in Gebieten nahe der israelischen Grenze bis Jahresende zu entwaffnen.
Mitte September kündigte Außenminister Youssef Raggi an, dass die libanesische Armee die Hisbollah innerhalb von drei Monaten vollständig entwaffnen werde.