Ist Rapid zu zerstritten für neue taktische Kniffe?

Rapid steckt in der Krise. Die Spieler schieben sich gegenseitig die Schuld zu. Trainer Didi Kühbauer kann taktische Neuheiten daher nur schwer durchsetzen.
Nach jedem Gegentreffer steckten Didi Kühbauer und sein Trainer-Team auf der Bank die Köpfe zusammen. Mit jedem Mal wurde die Stimmung trister. Denn: Alleine in den letzten sieben Tagen hat es acht Mal im Kasten von Rapid-Goalie Richard Strebinger gescheppert.

Dem blamablen 0:3 in Hartberg folgte am Donnerstag eine 0:5-Klatsche bei Villarreal. Vor dem Europa-League-Hit hatte "Don Didi" seiner Truppe ein Defensiv-Korsett geschneidert. Die Mannschaft nahm es von der Trainer-Ansprache mit auf dem Platz, vergaß aber aufs Zuschnüren.

Murgs Schuldzuweisung



CommentCreated with Sketch.8 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Thomas Murg brachte es nach dem Abpfiff in einem Wut-Interview auf den Punkt: "Wir hatten einen klaren Spielplan, aber wenn wir den nicht einhalten, brauchen wir sowas auch nicht besprechen. Wir haben sehr schlecht verteidigt. So kann es nicht mehr weitergehen! Wenn man sich etwas vornimmt, dann muss man sich das auch trauen, es hat auch mit Mut zu tun. Offensiv und defensiv haben wir nichts gezeigt"

Angreifer Murg sparte nicht an Selbstkritik, sprach auch die schwache Offensiv-Leistung an. Er teilte mit seinen Worten aber vor allem deutlich gegen seine Kollegen aus dem Abwehrverbund aus.

Gescheitertes Experiment



Kühbauer ließ Rapid mit einer Fünferkette auflaufen. Die drei Innenverteidiger: Mario Sonnleitner in der Mitte, links davon Mateo Barac, rechts Mert Müldür. Einer von ihnen hätte immer rausrücken und den 22-jährigen Spielmacher Pablo Fornals aus dem Spiel nehmen sollen. Die Abstimmung zwischen dem Trio funktionierte nicht. Das Mittelfeld-Hirn Villarreals zerlegte die Rapid-Abwehr förmlich.

Somit hatte der "Schlachtplan" nach Hälfte eins ausgedient. Marvin Potzmann wurde als rechter Wingback ausgewechselt, Müldür schob nach außen. Rapid spielte mit einer Viererkette weiter. Der Schaden war längst angerichtet, die Hausherren zur Pause schon über den komfortablen 3:0-Vorsprung gejubelt.

Grüppchenbildung



Schon vor der Partie hatten Aussagen von Christopher Dibon Grüppchenbildung bei Rapid vermuten lassen. "Es wird nur funktionieren, wenn jeder für den anderen da ist", sagte er auf der Pressekonferenz. "Wir müssen 90 Minuten auf dem Feld Haberer sein."

"In jeder Mannschaft gibt es Burschen, die sich außerhalb des Platzes besser oder schlechter verstehen", ließ Dibon aufhorchen. "Ziel ist es, dass man diese Gruppe am Rasen nicht erkennt und man zusammenhält."

In Spanien entstand der Eindruck von elf Freunden auf dem Platz für die Zuschauer nie. Vielmehr spielten die Wiener wie elf verunsicherte Einzelakteure, die vor diesem Abend beim Griff in den Kleiderschrank die gleiche Wahl beim Oberteil getroffen hatten. Diese Zeilen mögen überzeichnet klingen. Liga-Tabellenrang neun, acht Gegentreffer in den letzten zwei Spielen und Grüppchenbildung sprechen aber eine deutliche Sprache.

(S.Klein)

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(Heute Sport)

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