In den vergangenen 15 Jahren hat sich die Arbeitswelt grundlegend verändert - auch im Bereich Personal. Eine aktuelle Auswertung des Personaldienstleisters Hays zeigt nun, wie stark sich die Prioritäten verschoben haben.
In der DACH-Region ist der Anteil an Firmen, die aktuell neues Personal einstellen, von 66 Prozent (2012) auf nur noch 41 Prozent gefallen. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Unternehmen ohne Einstellungspläne von 15 auf 31 Prozent verdoppelt.
Wie heise.de berichtet, zeigt sich die IT- und Telekommunikationsbranche dabei deutlich robuster. In wirtschaftlich unsicheren Phasen wie 2020, 2021 und 2026 reagiert sie weniger stark mit Einstellungsstopps als der Gesamtmarkt.
Ein überraschender Trend: Während Mitarbeiterbindung im Gesamtmarkt immer wichtiger wird (von 43 auf 55 Prozent), sinkt ihre Bedeutung in der IT-Branche. Dort fiel der Wert von 53 Prozent (2011) auf nur noch 45 Prozent (2026).
"Über die Jahre gab es in dieser Branche keinen linearen Rückgang an Einstellungen, sondern eine zunehmende Verschiebung im Timing zwischen geplanten und tatsächlichen Einstellungen", erklärt Andreas Sauer, Bereichsleiter Technology bei Hays.
Eine Schwachstelle zieht sich durch alle Reports der vergangenen Jahre: Viele Unternehmen reden mehr über große HR-Themen, als dass sie diese tatsächlich umsetzen. Diese Diskrepanz zeigt sich besonders bei Führung, Work-Life-Balance und Weiterbildung.
"Viele Unternehmen bewegen sich bevorzugt auf gewohnten Pfaden", sagt Professorin Jutta Rump vom Institut für Beschäftigung und Employability. Statt neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, würde das bestehende Geschäft optimiert. Es fehle der Mut, Risiken einzugehen.