Studie zeigt

Komplexe Software treibt Ältere in Frühpension

Wer im Büro ständig mit komplizierten Programmen kämpft, will früher in Rente. Eine norwegische Studie deckt die Hintergründe auf.
Technik Heute
28.03.2026, 23:00
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Im modernen Büro besteht die Arbeit längst nicht mehr nur aus E-Mail und Tabellen. Viele Unternehmen setzen auf Plattformen, die Kommunikation, Dokumentenverwaltung, Kalender und Archivierung in einer Umgebung bündeln. Technisch erhöht das die Leistungsfähigkeit - kognitiv aber oft auch die Reibung.

Eine norwegische Untersuchung unter 720 Arbeitnehmern im Alter von 50 bis 64 Jahren liefert nun Daten: Etwa 35 Prozent gaben an, im Job auf digitale Werkzeuge zu treffen, die schwer zu erlernen sind. Genau diese Gruppe wollte deutlich häufiger vor dem 65. Lebensjahr aus dem Berufsleben ausscheiden.

Laut forschung-und-wissen.de, das sich auf die im Nordic Journal of Working Life Studies erschienene Studie bezieht, entsteht dabei eine kognitive Last: Ein Teil der geistigen Ressourcen fließt nicht in die eigentliche Aufgabe, sondern in das Verstehen des Werkzeugs.

Kein Altersfehler, sondern Designfehler

Die Forscher betonen, dass Arbeitsplatzbedingungen stärker wirken als das reine Alter. In zusätzlichen Analysen fanden sie keinen klaren Alterseffekt - was eher für ein Problem der Softwarekomplexität als für ein biologisches Defizit spricht.

Für viele Beschäftigte kurz vor dem Ruhestand ist die Motivation gering, sich noch durch verschachtelte Menüs, versteckte Funktionen und dauernde Systemwechsel zu arbeiten. Das gilt auch für Österreich, wo viele ältere Menschen bis ins höhere Erwerbsalter im Büro tätig sind.

Die Studie legt nahe, nicht nur mehr Schulung anzubieten, sondern Software anders zu gestalten: mit klarerer Struktur und besserer Passung zur realen Aufgabe. Oft sei einfache Software nicht die kleinere, sondern die bessere Lösung.

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