Italien plant eine grundlegende Reform seiner Bußgelder für Tempoverstöße. Künftig soll jeder Kilometer pro Stunde über dem Tempolimit einzeln abgerechnet werden - das kann für Urlauber teuer werden.
Konkret sieht der Entwurf auf Straßen bis Tempo 50 vor: Bis zu einer Überschreitung von 20 km/h werden fünf Euro pro km/h fällig. Bei mehr als 20 km/h zu viel wird der gesamte Verstoß mit zehn Euro pro km/h berechnet. Das bedeutet: 20 km/h zu viel kosten 100 Euro, 21 km/h bereits 210 Euro.
Wie chip.de unter Berufung auf das italienische Automagazin Quattroruote berichtet, soll der Entwurf bis Oktober 2026 fertiggestellt werden. Das Bußgeld wird dabei nach dem Toleranzabzug berechnet - vom Messwert werden fünf Prozent, mindestens aber 5 km/h, abgezogen.
Besonders streng wird es auf Autobahnen: Schon ab 21 km/h Überschreitung droht ein Fahrverbot von 15 Tagen und vier Punkte Abzug. Bei 41 bis 60 km/h zu viel sind es bereits 30 Tage Fahrverbot und sechs Punkte. Wer das Tempolimit um mehr als 60 km/h überschreitet, muss mit 90 Tagen Fahrverbot und acht Punkten rechnen.
Auf innerstädtischen Straßen bis Tempo 50 gelten zunächst mildere Regeln. Erst ab einer Überschreitung von mehr als 40 km/h droht hier ein Fahrverbot von 15 Tagen, darüber 30 Tage.
Wichtig für österreichische Autofahrer: Italienische Bußgelder können auch hierzulande vollstreckt werden, sobald Geldbuße und Verfahrenskosten zusammen mindestens 70 Euro betragen.
Wer aktuell in Italien geblitzt wird, zahlt nach dem bestehenden System: 20 km/h zu viel kosten mindestens 175 Euro, mehr als 50 km/h mindestens 545 Euro. Zwischen 22 und 7 Uhr steigen die Mindestbußen sogar um ein Drittel.