Schlug auf Terrasse ein

Jäger zielt auf Rehbock – Kugel trifft beinahe Frau

Schreckmoment in Salzburg: Während eine Frau in ihrem Garten war, schlug plötzlich eine Gewehrkugel neben ihr ein. Gegen den Jäger wird nun ermittelt.
Österreich Heute
22.07.2026, 09:47
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Ein Jagdausflug hätte beinahe dramatische Folgen gehabt: In Altenmarkt im Pongau ist Mitte Juni eine Gewehrkugel unmittelbar neben einer Frau auf deren Terrasse eingeschlagen. Die Einheimische hielt sich gerade in ihrem Garten auf, als sich der Vorfall ereignete. Nun laufen Ermittlungen gegen einen Pongauer Jäger.

Nach Angaben der Polizei war der Mann am Abend des 15. Juni in einem nahegelegenen Wald auf der Jagd nach einem Rehbock. Statt das Wild zu treffen, landete das Projektil auf der Terrasse der Frau.

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Befragungen stehen aus

Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Laut Polizeisprecher Hans Wolfgruber wird derzeit unter anderem geprüft, ob der Jäger zu nahe an einem Wohnhaus gejagt hat. Zeugen und der Beschuldigte seien noch nicht vollständig einvernommen, ein Bericht an die Staatsanwaltschaft liege daher noch nicht vor.

Im Raum steht nun der Verdacht der Gefährdung der körperlichen Sicherheit. Die Jagdbehörde hat laut Wolfgruber das von der Polizei bereits ausgesprochene vorläufige Waffenverbot bestätigt.

Vorfall wird geprüft

Die Anzeige kam von den Österreichischen Bundesforsten. Wie Sprecherin Andrea Kaltenegger in den "Salzburger Nachrichten" erklärt, ereignete sich der Vorfall bei einer Rehwildbejagung in einem Revier der Bundesforste in Altenmarkt. Es handle sich um einen möglicherweise jagdrechtlich relevanten Vorfall durch einen vermutlich unzureichenden Kugelfang.

Auch ob an dieser Stelle überhaupt gejagt werden durfte, ist Gegenstand der Prüfung. Das Salzburger Jagdgesetz sieht vor, dass die Jagd unter anderem in der nächsten Umgebung von Ortschaften sowie bewohnten Häusern ruht.

Bezirksjägermeister erbost

Für Pongaus Bezirksjägermeister Johann Sulzberger ist der Vorfall nicht akzeptabel: "So ein Verhalten kann die Jägerschaft nicht brauchen. Wenn ein Jäger nicht mit seiner Waffe umgehen kann, dann muss er es bleiben lassen. Kein Mensch ist unfehlbar, aber ich muss immer so jagen, dass ich keine Gefahr für andere Menschen darstelle", wird er in den "Salzburger Nachrichten" zitiert.

Besonders wichtig sei ein ausreichender Kugelfang. "Ganz zentral ist, dass es immer direkt hinter dem beschossenen Tier einen Kugelfang geben muss, damit das Projektil dann zum Beispiel in der Erde oder in einer Böschung landet. Denn so eine typische Sieben-Millimeter-Kugel kann auf eine Distanz von 700 Metern tödlich sein." Deshalb verurteile er das Verhalten des beschuldigten Jägers "aufs Schärfste".

Schwerwiegende Folgen

Auch bei möglichen Konsequenzen zeigt sich Sulzberger deutlich: "Wir werden alle Möglichkeiten ausschöpfen. Aktuell läuft noch das Verfahren. Zu gegebener Zeit wird es aber wohl zur Abnahme der Jagdkarte kommen."

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