Jeder Vierte wünscht sich einen "starken Führer"

So halten es die Österreicher mit dem "starken Mann"
So halten es die Österreicher mit dem "starken Mann"Bild: iStock
26 Prozent der Österreicher sehnen sich nach einem "starken Führer". Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Volkshilfe.

Die Volkshilfe lässt in regelmäßigen Abständen von SORA ein "Sozialbarometer" erstellen. Die aktuelle sozialpolitische Umfrage ergab nun, dass sich rund "jeder Vierte für einen starken Führer, der sich nicht um einen Parlament und Wahlen kümmern muss" ausspricht.

"Wenngleich wir aus rezenten Studien wissen, dass die Demokratie die mit Abstand beliebteste Regierungsform ist, stimmt es uns nachdenklich", beurteilt Volkshilfe-Direktor Erich Fenninger die Ergebnisse, die anlässlich des 80. Jahrestages des "Anschlusses" präsentiert wurden.

Deshalb sei es wichtig, sich darauf zu besinnen, was die Demokratie stärkt, meint Fenninger: "Es ist eine aktive Zivilgesellschaft, die den sozialen Zusammenhalt fördert, die Übernahme von sozialer Verantwortung stärkt und schlussendlich positive demokratiepolitische Auswirkungen hat."

Das sehen auch die Österreicher so, stimmen doch sieben von zehn Befragten zu, dass das Engagement für die Gemeinschaft durch freiwillige Arbeit die Demokratie stärkt.

Von der SORA wurden im Rahmen des "Sozialbarometers" mehr als 1.000 Österreicher befragt.

Der Aussage "Man sollte einen starken Führer haben, der sich nicht um ein Parlament und Wahlen kümmern muss" stimmten 8 Prozent "sehr" zu und 18 Prozent "ziemlich".

Außerdem geben 30 Prozent der Befragten an, sich bereits freiwillig in einem Verein oder einer Initiative zu engagieren.

Demo-Recht wichtig

"Ein wichtiger Eckpfeiler von Demokratie ist das Demonstrationsrecht", so Fenninger weiter. Das denken auch die Teilnehmer der Umfrage: Acht von zehn Befragten sehen es als wichtigen Bestandteil, wenn Menschen gegen Missstände protestieren oder sich für gesellschaftliche Anliegen einsetzen. 70 Prozent der Befragten sehen eine Einschränkung des Demonstrationsrechts als einen Angriff auf die Demokratie.

Fenninger beurteilt die Umfrageergebnisse als erschütternd. Er fordert mehr politische Bildung und, dass Freiwilligenarbeit größere Wertschätzung erfährt.

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(red)

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