Wenn die Salzburger Festspiele die Mozartstadt verlassen und nach Hallein übersiedeln, verändert sich auch die Atmosphäre. Bei "Unter Tieren", der zweiten Uraufführung des heurigen Sommers, wurde die Pernerinsel zum Schauplatz eines ungewöhnlichen Theaterabends.
Besonders spontan verlief der Einsatz der Trachtenmusikkapelle Oberalm. Die 13 Musiker waren erst wenige Tage zuvor für die Produktion verpflichtet worden. Im Stück ziehen sie zweimal spielend über die Bühne und sollen mit ihrer Musik ganz bewusst die Stimmen der Schauspieler überlagern.
Für die Musiker selbst ein Erlebnis der besonderen Art. Einen derartigen Auftritt gebe es schließlich nicht alle Tage.
Dass bei dieser Produktion vieles erst im Moment entsteht, störte Branko Samarovski nicht. Im Gegenteil. Bei der Premierenfeier im Innenhof der Alten Saline meinte er, Improvisation sei ohnehin Teil des Schauspielberufs. Bei diesem Stück allerdings ganz besonders.
Auch Festspielintendantin Karin Bergmann zeigte sich begeistert. Für sie war es ein außergewöhnlicher Abend mit einem starken Text von Elfriede Jelinek, die selbst nicht bei der Premiere dabei war. Gleichzeitig würdigte Bergmann ihren Vorgänger Markus Hinterhäuser, der die Produktion auf den Weg gebracht hatte.
Unter den Gästen waren außerdem Carolin Peters, Inge Maux und Burgtheaterdirektor Stefan Bachmann.
Maux hatte dabei einen ganz besonderen Begleiter. Ihr Hund war der einzige vierbeinige Darsteller des Abends. Und für "Unter Tieren" ist nach Salzburg noch lange nicht Schluss. Bachmann will die Produktion anschließend nach Wien ans Burgtheater holen.