FSW Betreutes Konto

Jetzt lebt Alfred sicher und schuldenfrei

Mit Hilfe des Betreuten Kontos konnte Alfred W. sich aus seiner Notlage befreien und eine sichere Existenz aufbauen.
FSW Schuldenberatung
24.08.2026, 10:00

FSW Betreutes Konto – was ist das?

Das Betreute Konto der FSW Schuldenberatung ist ein kostenloses Angebot, das Menschen in finanziellen Notlagen vor Wohnungsverlust schützt. Fixkosten wie Miete und Energie werden damit immer automatisch zuerst bezahlt. Eine Vertrauensperson und ein SMS-Service helfen dabei, die Deckung der Fixkosten im Blick zu behalten. Das verbleibende Geld steht anschließend zur freien Verfügung.

Schulden betreffen viele Menschen und die Gründe dafür sind vielfältig. Es kann der Impulskauf auf Kredit sein, mit dem die Überschuldung beginnt oder ein unvorhergesehener Schicksalsschlag.

Schwierige Familienverhältnisse, lange Arbeitslosigkeit und ein zu großes Herz: So ist Alfred W. in die Schuldenfalle geraten – bis hin zur drohenden Delogierung.

Dabei schien es, als hätte Alfred endlich alle Schwierigkeiten überwunden: 2012 zog er nach einer schweren Lebensphase, die er teilweise auf einem Wohnplatz der Wiener Wohnungslosenhilfe verbrachte, in eine Gemeindewohnung mit Balkon in Wien Meidling. Eine neue Liebe machte das Glück perfekt, bald folgte die Hochzeit mit der gebürtigen Serbin.

Die zweite Leidenschaft des ehemaligen Weltrekordhalters im einarmigen Liegestütz – nachzulesen im Guiness Buch der Rekorde von 1988 – blieb der Sport. Finanziell fand er für sich und seine Frau mit verschiedenen, kleineren Jobs ein Auskommen.

Scheidung, Schulden, Scham

Doch das Glück war nicht von Dauer. 2016 ging es plötzlich Knall auf Fall: Scheidung! Seine Frau kehrte zurück zu ihrer Familie nach Serbien, wo es finanzielle Probleme gab. Alfred, noch immer verliebt, half ihr mit Geld aus, obwohl er damals beim AMS arbeitssuchend gemeldet war und eigentlich wusste, dass das auf Dauer nicht gut gehen kann: "Der Verstand hat mir gesagt: Alfred, du bist auf einer falschen Spur, lass das bleiben. Aber das Herz hat gesagt: Du liebst diese Frau, mach das!" – Die eigene Miete blieb er schuldig.

Als die ersten Mahnschreiben von Wiener Wohnen in seinem Postkasten eingingen, war er anfangs noch auf der Suche nach einer Lösung. "Ich habe sogar mal angerufen und Raten vereinbart", erzählt Alfred. "Aber ich habe mich dann einfach nicht darangehalten."

Je mehr Mieten er schuldig blieb, umso fester verschloss er die Augen angesichts des unaufhaltsamen Schuldenbergs. Bis das Kartenhaus 2019 schließlich einstürzte – durch einen Delogierungsbescheid.

Das sagt der Profi

Bianca Steinhauer-Kreuzbichler, Leiterin FSW Betreutes Konto (FSW Schuldenberatung).
Foto: FSW/Daniel Horvatits
„Viele Menschen stecken aus Scham zu lange den Kopf in den Sand und geraten immer tiefer in Schulden oder Not. Wir wünschen uns, dass diese Menschen nicht in ihrer Situation verharren, sondern den Schritt wagen und zu uns kommen. Wir sind da und können dabei helfen, die Kontrolle und Sicherheit, die es für ein eigenständiges Leben braucht, wiederzuerlangen.“
Bianca Steinhauer-KreuzbichlerLeiterin FSW Betreutes Konto (FSW Schuldenberatung)

Keine Delogierung dank Betreutem Konto

Noch heute erinnert er sich mit Schrecken daran: Es war ein Montag und er war gerade zum Training im Fitnesscenter, als er den Anruf bekam, dass er am Mittwoch delogiert werden würde. In nur drei Tagen! Nochmal zurück in ein Leben ohne eigenes Dach über dem Kopf? Das wollte Alfred auf keinen Fall! "Erst beim Delogierungsbescheid habe ich gemerkt: Alfred, jetzt geht’s nimmer mehr. Erst dann habe ich die Initiative ergriffen und mir Hilfe gesucht."

Die MA 40 - Soziales, Sozial- und Gesundheitsrecht in der Erdbergstraße kannte Alfred bereits aus früheren Tagen. Dorthin wandte er sich nun und schilderte einer Beraterin vor Ort seine Lage. Doch mehr als ein Rückruf wurde ihm nicht in Aussicht gestellt. Beim Verlassen der Beratungsstelle war also klar, jetzt hieß es, sich rasch um eine Notschlafstelle zu kümmern, weil es wohl zu spät war, das Ruder herumzureißen und die Wohnung zu behalten.

Kaum zehn Minuten später läutete sein Handy – und das Unerwartete trat tatsächlich ein: Die Beraterin am anderen Ende der Leitung teilte Alfred mit, dass seine Schulden vorerst übernommen würden und die drohende Delogierung am nächsten Tag damit abgewendet sei. Allerdings unter einer Voraussetzung: Alfred musste ein Betreutes Konto eröffnen, um seine Schulden und seine Fixkosten verlässlich zu begleichen. Eine Bedingung, die er nur zu gern akzeptierte: "Mir war sofort klar, das will ich machen."

Das sagt der Profi

Barbara Stuparek-Püller, Sozialarbeiterin bei Obdach Mobil und Vertrauensperson FSW Betreutes Konto.
Foto: FSW/Daniel Horvatits
„Obdach Mobil unterstützt ehemals wohnungslose Menschen beim Ankommen in der eigenen Wohnung. Wenn uns auffällt, dass es Schwierigkeiten gibt, die Miete regelmäßig zu bezahlen empfehlen wir das Betreute Konto. Unsere Erfahrung zeigt, dass damit oft der Verlust der Wohnung abgewendet werden kann.“
Barbara Stuparek-PüllerSozialarbeiterin bei Obdach Mobil und Vertrauensperson FSW Betreutes Konto

Fixkosten bezahlt, übriges Geld frei verfügbar

Beim Einrichten des Kontos erhielt Alfred Unterstützung von Bianca Steinhauer-Kreuzbichler vom Team Betreutes Konto der FSW Schuldenberatung. Für Alfred eine positive Erfahrung: "Ich wurde gefragt, auf welche Weise ich mit dem Geld auf dem Konto verfahren will nach Abzug der Raten und Fixkosten." Gemeinsam haben sie es für ihn so eingerichtet: Nach Abzug aller fix zu leistenden Zahlungen, bekommt Alfred das übrige Geld einmal im Monat auf sein Konto überwiesen und kann darüber frei verfügen.

Das sagt der Profi

„Inhaber:innen des Betreuten Kontos entscheiden selbst, wie und wann sie ihr frei verfügbares Geld bekommen möchten, also z. B. jeweils am Anfang der Woche ein Viertel des Geldes, oder in zwei Hälften auf den Monat aufgeteilt oder die ganze Monatssumme auf einmal.“
Bianca Steinhauer-KreuzbichlerLeiterin FSW Betreutes Konto

Dass jemand Sorgen haben könnte, mit dem Betreuten Konto nicht mehr frei über sein Geld verfügen zu können, kann Alfred nur schwer nachvollziehen. "Das ist ja überhaupt nicht der Fall!", sagt er fast schon entrüstet – und nach kurzem Nachdenken: "Naja, sagen wir so, mir war klar, das ist der einzige Weg aus der Delogierung zu kommen. Und natürlich habe ich nicht gewusst, was auf mich zukommt. Aber sukzessive waren die Erfahrungswerte so, dass es für jemanden, in dieser Not – und das war ja eine Notsituation, in der ich war – die beste Alternative ist."

Was würde er also anderen in einer ähnlichen Situation raten? "Machen, einfach machen – und keine Angst haben," fällt ihm die Antwort nicht schwer. "Diese Bedenken, die ich vielleicht gehabt hätte, die wurden sofort beim Erstgespräch beseitigt. Mir wurde gleich erklärt, dass die Vertrauensperson zwar sieht, wieviel überwiesen wird, dass sie aber keinen Einblick hat, was ich mit meinem Geld mache," bestätigt Alfred.

Sicher in die Zukunft

Mietrückstände sind bei Alfred seither nie mehr vorgekommen. Er hat mit dem Betreuten Konto die Verantwortung für seine Fehler, die er aus Liebe gemacht hat, übernommen. Die Zahlungen an seine Ex-Frau hat er eingestellt – und ist ihr trotzdem noch immer in Freundschaft verbunden.

Selbstreflexion und die Bereitschaft, auf Menschen zuzugehen und Hilfe anzunehmen, haben ihm zurück in ein sicheres Leben geholfen. Heute hat er als Pensionist ein stabiles Einkommen und lebt friedlich in seiner Meidlinger Wohnung. "Ich bin dankbar und demütig. Diese Gunst, die mir vom Betreuten Konto gegeben wurde, die setze ich nimmer mehr aufs Spiel."

Viel zu oft hatte er in schlechten Zeiten seines Lebens Angst davor, dass ein Leben ohne eigenes Dach über dem Kopf für ihn zur Normalität werden könnte. Und obwohl er seine Finanzen seit etwa zwei Jahren ohne Vertrauensperson managt, will er das Betreute Konto auf jeden Fall behalten. Es gibt ihm ein Gefühl von Sicherheit.

Broschüre FSW Betreutes Konto zum Herunterladen

Wie das Betreute Konto funktioniert, für wen es geeignet ist und wo du es bekommen kannst, erfährst du in der kostenlosen Broschüre. Am besten gleich  herunterladen! Noch mehr Tipps und Angebote zum Thema Schulden gibt es bei der FSW Schuldenberatung.

Weitere Informationen zum Betreuten Konto erhältst du telefonisch unter 01/24 5 24 – 60 200, per SMS an 0670/800 200 024 oder per E-Mail an [email protected]. Über diese Kontaktdaten kannst du dich auch zum kostenlosen Online-Informationstermin zum FSW Betreuten Konto anmelden (Jeden 3. Donnerstag im Monat, 14:00–15:00 Uhr über Microsoft Teams).

Dieser Artikel beruht auf einer Medienkooperation mit HEUTE und ist mit finanzieller Unterstützung des Fonds Soziales Wien entstanden.

Weitere Informationen zum Fonds Soziales Wien (FSW): https://www.heute.at/sozialesicherheitwien

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