Österreich steht erneut unter dem Einfluss einer markanten Winterlage. Eine kräftige Warmfront hat in weiten Teilen des Landes für ergiebige Niederschläge gesorgt – zunächst in Form von Schnee, nun zunehmend auch als Regen und gefährlicher Eisregen. Während in höheren Lagen weiterhin tiefwinterliche Bedingungen herrschen, sorgt in tieferen Regionen gefrierender Niederschlag für erhebliche Glättegefahr auf Straßen und Gehwegen.
Besonders entlang und nördlich der Alpen fielen in den vergangenen Tagen teils große Neuschneemengen. Die Wetterdienste warnten vor einer angespannten Situation, da auf die Schneemassen nun deutlich mildere Luft folgt. Dieser Temperaturanstieg verändert die Lage grundlegend.
Schon der jüngste Schneefall hatte außergewöhnliche Ausmaße erreicht. Selbst in tieferen Lagen bildete sich eine geschlossene Schneedecke. In Wien-Döbling wurden rund 17 Zentimeter Neuschnee gemessen – ein für diese Region bemerkenswerter Wert. In höheren Lagen der Steiermark summierten sich die Schneemengen teils auf bis zu einem halben Meter.
Auch Teile der Obersteiermark sowie westliche Bundesländer meldeten erhebliche Niederschlagsmengen. Innerhalb kurzer Zeit kam es dadurch zu erschwerten Verkehrsbedingungen, zahlreichen Einsätzen von Räumdiensten und Behinderungen im öffentlichen Leben.
Mit dem Eintreffen milderer Luftmassen hat sich die Wetterlage weiter zugespitzt. Regen fällt vielerorts auf den gefrorenen Boden und sorgt für spiegelglatte Fahrbahnen. Besonders in den Morgen- und Abendstunden besteht erhöhte Unfallgefahr. Die Behörden warnen eindringlich vor nicht notwendigen Fahrten und raten zu besonderer Vorsicht im Straßenverkehr.
Der Temperaturanstieg führt zudem zu einer schrittweisen Durchfeuchtung der Schneedecke. Das erhöht nicht nur die Rutschgefahr im Tal, sondern verschärft auch die Situation in den Bergen.
In den westlichen Bundesländern, insbesondere in Tirol und Vorarlberg, wurde die Lawinenwarnstufe auf ein sehr hohes Niveau angehoben. Große Neuschneemengen lagern dort auf einer teils instabilen Altschneedecke. Experten sprechen von einer heiklen Kombination aus Triebschnee und rasch steigenden Temperaturen.
Die Behörden appellieren an Wintersportler, markierte Pisten nicht zu verlassen und aktuelle Warnungen ernst zu nehmen. In den vergangenen Tagen kam es bereits zu mehreren Lawinenabgängen, bei denen Personen erfasst wurden. Die Einsatzkräfte stehen vielerorts in erhöhter Bereitschaft.
Die winterlichen Bedingungen machten sich auch im Reiseverkehr deutlich bemerkbar. Auf zahlreichen Straßen kam es zu Verzögerungen und temporären Sperren. Auch der Flugverkehr war betroffen: Am Vienna International Airport kam es zeitweise zu Einschränkungen und Verzögerungen im Betriebsablauf.
Neben dem Verkehr belasteten die Schneemassen regional auch die Infrastruktur. Umgestürzte Bäume, beschädigte Leitungen und lokale Stromausfälle wurden gemeldet. Räum- und Streudienste arbeiten vielerorts im Dauereinsatz.
Für die kommenden Tage sagen Meteorologen weiterhin wechselhaftes Wetter voraus. In höheren Lagen bleibt es winterlich, während im Flachland zunehmend Regen fällt. Die Temperaturen steigen spürbar an, was die Schneeschmelze beschleunigt. Damit wächst jedoch auch die Gefahr von Nassschneelawinen in alpinen Regionen.
Eine rasche Entspannung der Lage ist daher nicht in Sicht. Auch wenn sich die intensiven Schneefälle abschwächen, bleiben Glätte, Lawinengefahr und mögliche Verkehrsbehinderungen zentrale Themen.
Die Bevölkerung wird weiterhin aufgefordert, Wetterwarnungen zu beachten und ihre Aktivitäten den aktuellen Bedingungen anzupassen.