Nach dem tragischen Tod ihres Neugeborenen geriet eine Managerin aus dem Bezirk Mistelbach in Streit mit ihrem Arbeitgeber. Am Ende konnte die Arbeiterkammer Niederösterreich eine einvernehmliche Lösung durchsetzen – inklusive einer Auszahlung von mehr als 34.000 Euro.
Laut "NÖN" starb das Baby der Frau nur wenige Tage nach der Geburt. Trotzdem stand der Arbeitnehmerin rechtlich eine Freistellung bis zum Ende des Mutterschutzes zu. Das wurde vom Arbeitgeber zunächst offenbar nicht akzeptiert. In der Folge kam es zu Spannungen und laut Arbeiterkammer auch zu mobbingähnlichem Verhalten von Vorgesetzten.
"Das war ein Fall, der uns alle tief emotional berührt hat", erklärte AK-Bezirksstellenleiter Rudi Westermayer gegenüber der "NÖN". Die Situation sei für alle Beteiligten äußerst belastend gewesen.
Als die Frau nach rund vier Monaten wieder in den Job zurückkehren wollte, kam es zu weiteren Problemen. Ihre Stelle im mittleren Management war inzwischen mit einer Vertretung besetzt worden, die eigentlich für die Dauer der geplanten Karenz eingestellt worden war.
Der Arbeitgeber bot der Mitarbeiterin laut "NÖN" mehrere alternative Positionen an – allerdings mit deutlich geringerem Gehalt. Die Frau wandte sich schließlich an die Arbeiterkammer und den Betriebsrat.
Nach Verhandlungen wurde eine Lösung gefunden: Die Frau erhielt eine sechsmonatige Freistellung, in der sie Zeitguthaben und Resturlaub aufbrauchen kann. Danach scheidet sie einvernehmlich aus dem Unternehmen aus.
Zusätzlich setzte die Arbeiterkammer für die ehemalige Mitarbeiterin eine Zahlung von 34.414 Euro durch, berichtet die "NÖN".
Rein rechtlich hätte die Frau auch auf ihre frühere Führungsposition klagen können. Laut Arbeiterkammer hätte eine solche Klage gute Erfolgschancen gehabt. Für die Betroffene sei das jedoch keine realistische Option gewesen, da sie danach wieder mit denselben Vorgesetzten hätte zusammenarbeiten müssen.
Arbeiterkammer-Vertreter sehen in dem Fall laut "NÖN" auch ein Zeichen für ein rauer werdendes Arbeitsklima. In wirtschaftlich schwierigeren Zeiten würden Unternehmen häufiger versuchen, sich von Mitarbeitern zu trennen.