Zum Weltfrauentag rücken Frauenrechte wieder in den Mittelpunkt der politischen Debatte. In St. Pölten erinnerten Vertreterinnen aus Politik und Beratung daran, wie stark sich das Leben vieler Frauen in den vergangenen Jahrzehnten bereits verändert hat und wo weiterhin Handlungsbedarf gesehen wird.
Bei einer Pressekonferenz im Landhaus St. Pölten rückten VP-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, SP-Landesrätin Eva Prischl und Elisabeth Cinatl (SP) vom Netzwerk österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen die Entwicklung der Frauenrechte in den Mittelpunkt.
Dabei merkte Teschl-Hofmeister an: "Wir blicken auf zwei Jubiläen zurück, die viel mit den Rechten der Frauen zu tun haben", sagte sie. "Erstens ist es 115 Jahre her, dass der Internationale Frauentag ins Leben gerufen wurde, und zweitens gelten wichtige Inhalte der Familienrechtsreform für 50 Jahre."
"Diese Familienrechtsreform hat die Lebensrealität vieler Frauen grundlegend verändert", betonte die Landesrätin. Gleichzeitig gebe es weiterhin Themen wie Selbstbestimmung, wirtschaftliche Unabhängigkeit und gleiche Chancen für Mädchen und Frauen.
Auch Prischl verwies auf die lange Geschichte des Aktionstages. "115 Jahre Internationaler Frauentag bedeutet 115 Jahre Kampf der Frauen für Engagement, für Mut, für Ausdauer. Die Frauen haben ihre Rechte eingefordert, sie haben sie erkämpft", erklärte sie. Gleichstellung müsse laufend weiterentwickelt werden.
Elisabeth Cinatl erinnerte bei der Pressekonferenz am Mittwoch daran, dass trotz frauenrechtlicher Fortschritte weiterhin Unterschiede bestehen: "Die Familienrechtsreform war ein Meilenstein – vor allem, weil das Partnerschaftlichkeits-Prinzip eingeführt wurde. Dennoch haben wir die Gleichstellung noch nicht erreicht", sagte sie. Frauen würden etwa deutlich mehr Zeit für Sorgearbeit ("Care-Arbeit") aufbringen als Männer.