Im Rahmen eines Arbeitsgesprächs im Landhaus St. Pölten tauschten sich Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (VP) und Bundesminister Peter Hanke (SP) über die neue Wirtschaftsstrategie Niederösterreich 2030+ aus, die vor wenigen Tagen präsentiert wurde. Wirtschaftsstrategie des Landes und Industriestrategie des Bundes gehen damit Hand in Hand: die Stärkung des heimischen Wirtschaftsstandorts, der Wettbewerbsfähigkeit sowie von Innovationen und der Sicherung von Arbeitsplätzen sind die Kernanliegen.
Im Zentrum stehen dabei klar definierte Schlüsseltechnologien und Stärkefelder, wie etwa der Luft- und Raumfahrt. Dass Niederösterreich als Standort hier weltweit ganz oben mitspielt, belege auch der jüngste Erfolg des Unternehmens GATE Space mit Standorten am Flughafen Wien sowie dem Hafen Wien. Das als Spin-Off der TU Wien gegründete Start-Up entwickelte federführend Österreichs ersten militärischen Satelliten. Das Projekt "BEACONSAT" soll ab Februar 2027 die Erkennung von Störsendern testen.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner betonte: "Mit unserer Wirtschaftsstrategie 2030+ setzen wir gezielt auf Zukunftstechnologien mit hoher Wertschöpfung. Die Luft- und Raumfahrt bietet enorme Chancen für Niederösterreichs Betriebe. Wir sind in Teilbereichen bereits auf Weltklasseniveau, etwa wenn Satelliten mit Antriebstechnologie aus Niederösterreich international zum Einsatz kommen. Deshalb investieren wir konsequent in Förderprogramme, Infrastruktur und Standortentwicklung, um den Aerospace-Sektor nachhaltig zu stärken und zusätzliche hochqualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen."
Und Innovations- und Weltraumminister Peter Hanke unterstrich: "Österreichs Weltraumunternehmen sind hochinnovativ, verlässlich und international wettbewerbsfähig. Raumfahrt ist zugleich Innovationsmotor, Technologietreiber und Türöffner zu internationalen Märkten. Daher war es mir so wichtig, Österreichs Beitrag zur European Space Agency (ESA) durch Umschichtungen in meinem Ministerium und eine neue Schwerpunktsetzung zu erhöhen."
Dies sei auch gelungen: "Insgesamt konnten wir unseren Beitrag auf 340 Mio. Euro erhöhen. Das ist gut investiertes Geld, denn die Mittel kommen direkt den heimischen Unternehmen zugute. GATE Space ist dafür ein gutes Beispiel: das Unternehmen wurde mit 500.000 Euro aus den BMIMI-ESA Mitteln unterstützt, die über die FFG vergeben wurden. Die verstärkte Beteiligung an ESA-Programmen bringt Aufträge, Know-how und Wertschöpfung stärkt damit gezielt Regionen mit hoher Technologiekompetenz wie Niederösterreich."
Konkret stieg der finanzielle Beitrag Österreichs zu den Programmen der ESA für den Zeitraum 2026 bis 2028 von 260 um 80 Mio. Euro auf insgesamt 340 Mio. Euro. Mit dieser substantiellen Aufstockung werde die internationale Sichtbarkeit des österreichischen Raumfahrtsektors weiter gesteigert und die Beteiligungsmöglichkeiten für Unternehmen und Forschungseinrichtungen deutlich erweitert, heißt es.
Die Luft- und Raumfahrtindustrie ist ein globaler Wachstumsmarkt, in dem sich Niederösterreich in den vergangenen Jahren als zentraler Standort für innovative Weltraumtechnologien etabliert hat. Mit den Space Hubs in Schwechat und Wiener Neustadt wurden die Aktivitäten gezielt gebündelt und strategisch weiterentwickelt.
Insbesondere Wiener Neustadt ist ein bedeutender Luftfahrtstandort: Unternehmen wie Diamond Aircraft & Austro Engine, Airborne Technologies sowie Schiebel sichern dort über 1.000 hochqualifizierte Arbeitsplätze.
Am Flughafen Wien-Schwechat entsteht zudem mit dem Space Hub ein international sichtbares Zentrum mit direktem Zugang zu Programmen der European Space Agency. Das erste österreichische ESA Phi Lab sowie erfolgreiche Unternehmen wie Enpulsion, Gate Space und R-Space unterstreichen die Rolle Niederösterreichs als europäischer Exzellenzstandort für Raumfahrttechnologien.