Weinviertlerin verärgert

Krebsverdacht – Wiener Spital schickt Frau (35) nach NÖ

Eine Weinviertlerin bemerkte eine Verhärtung in der Brust. Ihre Gynäkologin überwies sie zur Diagnostik ins AKH – dort wurde sie nach NÖ verwiesen.
Erich Wessely
06.03.2026, 05:15
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"Für mich ist Wien einer meiner Lebensmittelpunkte, warum steht nicht die schnellstmögliche Behandlung im Vordergrund? Ich finde es eine Frechheit, wie mit mir umgegangen wird", ärgert sich Frau S., die seit 20 Jahren beruflich nach in die Bundeshauptstadt pendelt.

Am 27. November 2025 hatte die 35-Jährige nach Übermittlung der Unterlagen beim AKH angerufen. "Nach 20 Minuten in der Warteschleife wurde mir gesagt, dass ich in Niederösterreich ein Spital aufsuchen soll", so Frau S. zu "Heute".

Erst über eine Überweisung des Klinikums Mistelbach wurde die Biopsie im AKH durchgeführt. Banges Warten aufs Ergebnis, welches ihr ein Mediziner lapidar erklärt haben soll: "Die eine Stelle ist schon Krebs und ich soll mich im Mistelbacher Spital behandeln lassen."

Am 20. Jänner 2026 wurde ein Gentest im Klinikum Mistelbach durchgeführt, die Auswertung soll Ende März vorliegen, dann werden die weiteren Behandlungsschritte geprüft.

"Zuweisung von Spitalsambulanzen notwendig"

"Heute" fragte in dem Fall beim Wiener Gesundheitsverbund nach. In einer schriftlichen Stellungnahme heißt es: "Um eine Ambulanz des Universitätsklinikums AKH Wien in Anspruch nehmen zu können, ist die Zuweisung von niedergelassenen Fachärzt*innen oder anderen Spitalsambulanzen notwendig. Das gilt auch für Wiener*innen, hat also keinerlei Zusammenhang mit dem Bundesland, indem die Patient*innen wohnen."

Und weiter: "Das Landesklinikum Mistelbach verfügt über eine onkologische Abteilung, in der auch Patientinnen mit Brustkrebs behandelt werden. Um allen Patient*innen die notwendige Zeit und Aufmerksamkeit für die onkologische Behandlung bieten zu können, die sie verdienen, ist die Versorgung in den Spitälern aller Bundesländer unerlässlich. Wir bitten daher um Verständnis, dass eine wohnortnahe Versorgung und Aufteilung auf alle Spitäler mit onkologischen Abteilungen bevorzugt werden muss, um die Qualität der Behandlungen aufrecht erhalten zu können."

VPNÖ-Klubobmann und Bezirksparteiobmann Kurt Hackl sowie VPNÖ-Landesgeschäftsführer Matthias Zauner (l.)
Selina Adam

"Das ist inakzeptabel"

"Wer Patienten heimschickt, spielt mit der Gesundheit unserer Bürger, das ist inakzeptabel", sagen Klubobmann Kurt Hackl und Landesgeschäftsführer Matthias Zauner (beide VP) zum Fall.

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"Jahrzehntelang gut funktioniert"

"Der Fall der 35-jährigen Mistelbacherin zeigt einmal mehr, wie absurd diese Gastpatienten-Debatte eigentlich ist. Jahrzehntelang hat die grenzüberschreitende Zusammenarbeit beider Bundesländer gut funktioniert. Wir haben einen gültigen Vertrag, verzichten im Finanzausgleich auf 500 Millionen Euro für die Behandlung niederösterreichischer Patienten. Es liegt auf der Hand, dass eine Großstadt auch überregionale Funktionen für das Umland übernimmt." Seit Monaten weise die VPNÖ auf "die systematische Ungleichbehandlung von Niederösterreicherinnen und Niederösterreichern in Wiener Spitälern hin".

{title && {title} } wes, {title && {title} } 06.03.2026, 05:15
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