"Im eigenen Land verweigert"

Ein Leben lang eingezahlt, aber Gastpatient muss warten

Patient August Grubhofer aus NÖ zeigt sich schwer enttäuscht: "Dass mir im eigenen Land die Behandlung verweigert wird, hätte ich mir nicht gedacht."
Erich Wessely
25.02.2026, 17:55
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Bitte warten, heißt es für den nächsten Gastpatienten aus Niederösterreich, der sich in einem Wiener Spital hätte behandeln lassen wollen.

Im Brief seitens des Orthopädischen Spitals Speising an den Betroffenen, August Grubhofer, aus dem Bezirk Melk heißt es eingangs, er habe sich bereits vor einiger Zeit für eine Operation angemeldet und stehe auf einer Warteliste. In der damaligen Erstinformation habe er Angaben zur durchschnittlichen Wartezeit auf seine Operation erhalten.

Aufgrund seines niederösterreichischen Wohnorts sei er nun allerdings "mit einer deutlich längeren Wartezeit" konfrontiert. Denn das Spital sei dazu verpflichtet, die Anzahl der Patientinnen und Patienten aus anderen Bundesländern zu reduzieren und könne ihn nun nicht mehr im vorgesehenen Zeitraum behandeln.

"Seit meiner Jugend zahle ich ein"

Der betroffene Patient August Grubhofer zeigt sich schwer enttäuscht: "Seit meiner Jugend zahle ich in unser Sozialsystem ein und leiste damit meinen fairen Beitrag. Dass mir dann im eigenen Land die Behandlung verweigert wird und ich auf die lange Bank geschoben werde, hätte ich mir nicht gedacht."

Ungleichbehandlung "seit vielen Monaten"

Die VPNÖ griff den Fall des Patienten aus NÖ auf, nahm in einer Pressekonferenz ein Mal mehr die Stadt Wien in die Pflicht: "Seit vielen Monaten weisen wir vonseiten der Volkspartei Niederösterreich auf die Ungleichbehandlung von Niederösterreicherinnen und Niederösterreichern in Wiener Spitälern hin und fordern von der Stadtregierung das Aufgeben ihrer Blockadehaltung ein. Denn Bürgermeister Ludwig hat mit seiner Unterschrift persönlich der Behandlung von Gastpatientinnen und Gastpatienten zugestimmt", so VPNÖ-Landesgeschäftsführer Matthias Zauner.

Er verweist diesbezüglich auf die bestehende Vereinbarung im Rahmen des Finanzausgleichs, mit der eine Behandlung von Niederösterreicherinnen und Niederösterreichern in anderen Bundesländern sichergestellt werde. Im Gegenzug verzichtet Niederösterreich jährlich auf 500 Millionen Euro.

VPNÖ-Landesgeschäftsführer LAbg. Matthias Zauner (l.), VPNÖ-Landtagsabgeordnete Silke Dammerer und dem betroffenen Patienten August Grubhofer.
Selina Adam

"In Wien als Patienten zweiter Klasse behandelt"

"Anstatt jedoch seinen Pflichten nachzukommen und Patientinnen und Patienten unabhängig vom Meldezettel zu behandeln, entscheidet sich Gesundheitsstadtrat Peter Hacker für einen untragbaren Zick-Zack-Kurs. Einmal heißt es, es gibt eine eigene Warteliste für Gastpatientinnen und Gastpatienten, dann stellt sie Herr Hacker wieder in Abrede. Das Schreiben an den betroffenen Patienten stellt aber außer Frage: Die niederösterreichischen Landsleute werden in Wiener Spitälern als Patienten zweiter Klasse behandelt", so Zauner.

"Bei uns fragen wir auch weiterhin nicht nach dem Meldezettel, sondern wie wir helfen können. Wien sollte sich hier ein Beispiel nehmen", sagte auch Landtagsabgeordnete Silke Dammerer (ÖVP).

{title && {title} } wes, {title && {title} } 25.02.2026, 17:55
Jetzt E-Paper lesen